Amistad (1997)

La Amistad ­ Freundschaft ­ war eines von vielen Schiffen, die Sklaven aus Afrika in die neue Welt brachte. Die wenigsten von ihnen erhielten ihre Freiheit zurück. Mit hervorragender Besetzung (Morgan Freeman, Anthony Hopkins und Schauspielern aus Westafrika) und bewegenden Bildern von Janusz Kaminsky (Schindler's List) zeigt Steven Spielberg in einem packenden Drama den Kampf um die persönliche Würde.


von Susanne Rohrer


Die Amistad auf stürmischer See: 53 entführte Schwarzafrikaner unter Deck können sich befreien und töten die Mannschaft. Nur zwei davon lassen sie am Leben, denn die müssen den Weg zurück nach Afrika navigieren. Die Reise endet jedoch an der amerikanischen Ostküste, wo sie von einem Schiff abgefangen werden. Mehrere Parteien streiten sich um das Eigentum ­ die Königin von Spanien (Anna Paquin als elfjährige Isabella II.), die zwei Matrosen der Amistad und der Kapitän des Schiffes, das sie aufgelesen hat. Ein Ex-Sklave (Morgan Freeman), der nun gegen die Sklaverei kämpft, findet für die Verteidigung der Afrikaner einen jungen Anwalt (Matthew McConaughey ­ Lone Star), der sie zunächst als Sache betrachtet.


Morgan Freeman kämpft gegen die Sklaverei

Kampf der Interessen

Es muss bewiesen werden, dass die Sklaven wirklich aus Afrika stammen und daher freie Menschen sind. Der Anwalt muss also zuerst einen Dolmetscher finden. Erst so kann der Anführer der Sklaven (Djimon Hounsou), den die Spanier Cinque nennen, dem Gericht seine Geschichte erzählen. Der Fall wird vom US-Präsidenten vor das oberste Gericht gebracht, weil er befürchtet, dass die Südstaaten über dem Streit um einige Afrikaner den Bürgerkrieg vom Zaun brechen. Hier sind die Verteidiger am Ende ihres Lateins. Nur der scheinbar leicht vertrottelte Ex-Präsident John Quincy Adams kann vielleicht noch helfen. Das Drehbuch hat Anthony Hopkins hier ein starkes Plädoyer in den Mund gelegt.


Plädoyer für die Freiheit

Drama und Special Effects ­ die zwei Gesichter von Steven Spielberg

Während Spielberg regelmässig seine Action- und Fantasy-Abräumer produziert, kommt er immer wieder dazu, bewegende Geschichten zu zeigen, welche nicht weniger gut gemacht sind: The Color Purple und natürlich Schindler's List haben einen bleibenden Eindruck gemacht. Die Handlung von Amistad spielt zum grossen Teil im Gerichtssaal ­ die Bildgestaltung besticht daher vor allem in den dramatischen Szenen auf hoher See. Die Filmcrew legte Wert darauf, Schauspieler in Sierra Leone und anderen Ländern Westafrikas zu finden, um die afrikanische Kultur authentisch darzustellen. Die Story lebt von ihren Darstellern: ein merklicher Wandel in den Personen von Matthew McConaughey und Djimon Hounsou geschieht, als sie sich endlich verstehen: der Wilde wird zum Menschen und verdient es, als Mensch behandelt zu werden. In den USA durften 1839 keine Sklaven aus Afrika mehr eingeführt werden, aber erst nach dem Bürgerkrieg wurde die Sklaverei endgültig verboten. Die wahre Geschichte der Amistad erregt heute die Gemüter, da sie immer noch schwelende Rassenkonflikte berührt. Eine andere Story, die durch die Presse geistert, ist die Behauptung, das Drehbuch sei ­ zumindest zum Teil ­ abgeschrieben...



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Amistad (1997)
Land:USA
Genre:Drama
Bewertung:
 
Regie:Steven Spielberg
Drehbuch:William Owens
David H. Franzoni
Steven Zaillian
Produktion:Debbie Allen
Robert M. Cooper
Bonnie Curtis
Paul Deason
Steven Spielberg
Colin (II) Wilson
Koproduktion:Tim Shriver
Ausf. Prod.:Laurie MacDonald
Walter F. Parkes
Kamera:Janusz Kaminski
Schnitt:Michael Kahn
Musik:John (II) Williams
Ausstattung:Rick Carter
Kostüme:Ruth E. Carter
Besetzung:Morgan Freeman
Nigel Hawthorne
Anthony Hopkins
Djimon Hounsou
Matthew McConaughey
Jeremy Northam
Anna Paquin
David Paymer
Pete Postlethwaite
Stellan Skarsgård
 
Länge:152 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:DTS
Prod.-firma:DreamWorks
CH Verleih: United International Pictures


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