Anastasia (1997)

Letztes Jahr wurden die Griechischen Mythen abgeändert, dieses Jahr wird die Russische Revolution gestürzt.


von Thomas Hunziker


Weil die Disney-Studios es nicht wagten dem Publikum eine Geschichte über einen Seitensprung und seine Folgen vorzusetzen, wurde der Mythos von Herkules kurzerhand in die Geschichte von Hercules umgewandelt. Zeichentrickfilm-Regisseur Don Bluth (The Secret of Nimh, An American Tail, Land Before Time) erzählt nun die Geschichte der Zarentochter Anastasia, wobei er, der Spannung zuliebe, einige historische Ereignisse nützlich verbindet. Die Handlung beginnt in der Nacht der Russischen Revolution. Der machtsüchtige Mönch Rasputin (Stimme von Christopher Lloyd) will sich am Zaren rächen und organisiert deshalb die Ermordung der gesamten Zarenfamilie. Rasputin stirbt in derselben Nacht, ohne zu erfahren, dass sein Plan misslungen ist, und die Zarentochter dem Gemetzel enfliehen konnte. Anastsia (Kirsten Dunst) landet in einem Waisenhaus und vergisst ihre Vergangenheit; aus Anastasia wird Anya.


Dimitri, Anastasia und Vladimir

Die Reise nach Paris

Eines Tages entschliesst sich die unterdessen Erwachsene Anya (Meg Ryan) dazu, nach Moskau zu reisen, wo sie von den zwei Betrügern Dimitri (John Cusack) und Vladimir (Kelsey Grammer) aufgegriffen wird, die früher in den Diensten des Zaren waren. Die beiden sind schon lange auf der Suche nach einem Mädchen, das sie als Zarentochter ausgeben könnten, um von Anastasias in Paris lebender Grossmutter (Angela Lansbury) einen fetten Finderlohn zu kassieren. Sie sind davon überzeugt in Anya endlich die Richtige gefunden zu haben, und nachdem sie auch Anya von der Möglichkeit ihrer wahren Identität überzeugt haben, machen sich die drei auf den Weg nach Paris. Auf dem Weg dorthin, und in Paris selbst, versucht Rasputin jedoch Anya mit allen Mitteln in den Tod zu stürzen. Damit die romantische Geschichte der angeblichen Zarentochter Anastasia einen Anreiz für den männlichen Teil des jungen Publikums enthält, wurde die Handlung um den Bösewicht Rasputin und seine Fledermaus (Hank Azaria aus The Birdcage, The Simpsons) bereichert.


Auf der Suche nach dem verlorenen Grosskind

Challenging The Mouse

Ob das Mäuse-Imperium dadurch ins Wanken gebracht werden kann, wird sich diesen Sommer zeigen, wenn der neue Disney-Zeichentrickfilm Mulan in die Kinos kommen wird. In der Zwischenzeit werden auch noch Warner Bros. mit Quest for Camelot und Dreamworks mit Prince of Egypt und El Dorado versuchen sich ein Stück des lukrativen Animation-Kuchens abzuschneiden. Don Bluth, einer der beiden Regisseure von Anastasia, hat zuvor bei der Produktion von preisgünstigeren Zeichentrickfilmen Erfahrungen gesammelt und beweist nun mit Anastasia, das er sein Handwerk beherrscht. Animation und Musik können sich in allen Belangen mit Disney-Produktionen vergleichen lassen, und insbesondere die Szenen nach der Ankunft in Paris (die Zeichner liessen sich dafür von den impressionistischen Malern inspirieren) sind von einer zauberhaften Schönheit, die seinesgleichen sucht. Einzig die Handlung wird nicht so flüssig vorangetrieben, wie zu wünschen wäre, ist allerdings immer spannend und unterhaltsam.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Anastasia (1997)
Land:USA
Genre:Trickfilm
Bewertung:
 
Regie:Don Bluth
Gary Goldman (I)
Drehbuch:Marcelle Maurette
Guy Bolton
Arthur Laurents
Susan Gauthier
Bruce Graham
Bob Tzudiker
Noni White
Eric Tuchman
Produktion:Don Bluth
Gary Goldman (I)
Ausf. Prod.:Maureen Donley
Schnitt:Fiona Trayler
Musik:Stephen Flaherty
David Newman (I)
 
Länge:94 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Prod.-firma:Fox Family
CH Verleih: 20th Century Fox


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