AntZ (1998)

Wenn der Sozialstaat den Aufstand probt steht der Ameisenhaufen kopf.


von Peter Kunz


Antz ­ hmm, was das wohl für ein Film ist? Naja, Woody Allen und Sharon Stone spielen mit, also wohl was für die Sinne. Und geschmunzelt wird sicher auch. Die Stimme im Intro tönt bekannt. Der Neurotiker Allen schildert sein Leben in der Grossstadt. Doch was ist das? Das ist ja ein Trickfilm!

Nun, wer bloss wegen der Besetzung in den Film geht, kommt dennoch auf seine Rechnung. Bei Antz geht es um das Leben in einem Ameisenhaufen. Zweieinhalb Jahre lang wurde an Storyboards und Animationen gearbeitet, um schliesslich nach «Toy Story» den zweiten Zeichentrickfilm in voller Kinolänge auf die Leinwand zu bringen. Ein Staraufgebot an Schauspielern, die noch keine Erfahrung mit Sprechrollen hatten, geben den Ameisen ihre Stimmen und auch ein bisschen ihrer Persönlichkeit. Den Digitalspezialisten ist es äusserst gut gelungen, den Gesichtsausdruck der Comicfiguren der jeweiligen Situation anzupassen. So wirken die Figuren durch markante Stimmen einerseits und Mimik andererseits äusserst echt.


Z und Princess Bala (Stone) im Nirgendwo einer Wiese.
Der Ameisenhaufen mit seinen Strukturen und Gesellschaftsschichten dient als schöne Metapher für die Grossstadt, die wohl beschrieben wird. Dadurch, dass Woody Allen die Hauptrolle vertont, erwartet man wohl auch gewissermassen einen Film aus der Hand des Meisters. Obwohl er bei der Geschichte wohl nicht viel mitzureden hatte, trägt der Film dennoch seine satirischen Züge. Im Ameisenhaufen wird unsere Welt auf eine Miniwelt abgebildet und dabei noch der eine oder andere Streifen parodiert. Die Schlusseinstellung vermittelt denn auch einen Eindruck davon, welche Welt gemeint sein könnte.


Z (Allen) tritt an die militante Stelle seines Freundes Weaver (Stallone).
Die Story an sich ist schnell erzählt: Böse will Gut eins auswischen, um selber an die Macht zu kommen und alles besser zu machen ­ dramatische Wende vorprogrammiert. Doch der eigentliche Reiz liegt nicht in der Story an sich, sondern in der Darstellung der alltäglichen Probleme. Die unscheinbare Ameise Z, die sich als einzige über Sinn und Unsinn des Systems Gedanken macht. Die verschiedenen Charaktere, denen wir tagtäglich begegnen. Die Eifersucht und der Nobody, der zum Star auf Zeit wird. Alles irgendwie schon dagewesen aber kaum so schön und liebevoll dargestellt.

Und auch wenn man nicht viel von der Story hält, die neuen Meilensteine der Computeranimation muss man gesehen haben!



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:AntZ (1998)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Eric Darnell
Lawrence Guterman
Tim Johnson (II)
Drehbuch:Todd Alcott
Chris Weitz
Paul Weitz
Produktion:Brad Lewis
Aron Warner
Patty Wooton
Ausf. Prod.:Penney Finkelman Cox
Sandra Rabins
Carl Rosendahl
Schnitt:Stan Webb
Musik:Harry Gregson-Williams
John Powell (I)
Ausstattung:John Bell (I)
 
Länge:82 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:DreamWorks SKG
Pacific Data Images
CH Verleih: United International Pictures


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