Arlington Road (1999)

The Road to Hell


von Heinz Gnehm


Terrorismus war bereits mehrmals das zentrale Thema von Filmen aus den USA, zuletzt etwa in The Devil's Own oder The Siege. In Arlington Road geht es aber nicht um den Nordirland-Konflikt und auch nicht um arabische Extremisten, sondern um den hausgemachten Terrorismus wie er sich beispielsweise im Bombenattentat von Oklahoma City oder den Briefbomben des UNA-Bombers manifestiert hat. Keine ausländischen Feinde der USA sind dort am Werk gewesen, sondern amerikanische Bürger die dem Staat und seinen Institutionen zutiefst misstrauten und sich dazu berufen fühlten, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen. Als Geschichtsprofessor beschäftigt sich Michael Faraday (Jeff Bridges) berufsmässig mit solchen Fällen und versucht seinen Studenten klarzumachen, dass sich solche Anschläge jederzeit wiederholen könnten.


Er ist ein angesehener Geschichtsprofessor

Eine typisch amerikanische Familie

Eines Abends findet er den schwer verletzten Brady auf der Strasse und bringt ihn unverzüglich ins nächste Krankenhaus. Dort lernt er die Eltern von Brady kennen, die sich als seine neuen Nachbarn herausstellen. Oliver Lang (Tim Robbins), seine Frau Cheryl (Joan Cusack) und die drei Kinder entsprechen dem gängigen Klischee der typisch amerikanischen Familie und so freundet sich Michaels Sohn Grant (Spencer Treat Clark) schnell mit Brady an. Nach und nach stellt Michael aber Ungereimtheiten in Olivers Biographie fest und in ihm reift der schlimme Verdacht, dass es sich bei seinem Nachbarn um einen Terroristen handeln könnte. Er stellt eigene Nachforschungen an und stösst auf immer neue Belege für seine Hypothese. Seine Freundin Brooke (Hope Davis) hält dies aber alles für Hirngespinste und versucht vergeblich, ihn davon abzuhalten Olivers Privatleben systematisch auszuspionieren.


Ist er ein kaltblütiger Terrorist?

Ein untypischer amerikanischer Thriller

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, ist doch die Auflösung dieser spannenden und verstörenden Geschichte der absolute Höhepunkt des Films. Das dramatische Finale entschädigt auch für einige Hänger in der Handlung, die manchmal etwas langatmig daherkommt und Zwischenszenen wie beispielsweise dem gewaltsamen Tod von Michaels Frau Leah (Laura Poe) bei einer missglückten FBI-Aktion etwas viel Platz einräumt. Daneben bleibt aber noch genügend Raum für den spannungsgeladenen Konflikt zwischen den ungleichen Nachbarn, die von Tim Robbins und Jeff Bridges überzeugend dargestellt werden. Man beginnt unwillkürlich, in Tim Robbins Gesicht zu lesen und versucht herauszufinden, wer denn hier eigentlich der Gute und der Böse sein soll. Dass diese Frage bis fast zum Schluss unbeantwortet bleibt, ist eine Meisterleistung und trägt dazu bei, dass dieser Film noch lange nachwirkt und nicht so schnell wieder in Vergessenheit gerät.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Arlington Road (1999)
Genre:Thriller
Bewertung:
 
Regie:Mark Pellington
Drehbuch:Ehren Kruger
Produktion:Tom Gorai
James McQuaide
Marc Samuelson
Peter Samuelson
Ausf. Prod.:Tom Rosenberg
Sigurjon Sighvatsson
Ted Tannenbaum
Kamera:Bobby Bukowski
Schnitt:Conrad Buff IV
Musik:Angelo Badalamenti
Tom Hajdu
Andy Milburn
Ausstattung:Thérèse DePrez
Kostüme:Jennifer Barrett Pellington
Besetzung:Jeff Bridges
Loyd Catlett
Spencer Treat Clark
Darryl Cox
Joan Cusack
Hope Davis
Mason Gamble
Robert Gossett
Mary Ashleigh Green
Sid Hillman
Tim Robbins
Jenni Tooley
 
Länge:119 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Screen Gems
Arlington Road Productions Corporation
Gorai/Samuelson
Lakeshore Entertainment
CH Verleih: Monopole Pathé Films


[ Homepage ]
Copyright © 1998 Monopole Pathé Films (Bilder)
Copyright © 1996-1997 CineNet (Text)