Babe: Pig in the City (1998)

Das Schweinchen ist zurück, und dieses Mal muss es sich im Grossstadtdschungel zurechtfinden.


von Thomas Hunziker


Als Babe Farmer Hoggett unerwünschte Hilfe leistet, stiftet es nur Unheil an. Farmer Hoggett wird schwer verletzt, ist für mehrere Wochen arbeitsunfähig und die Farm schlickert in der Folge in finanzielle Nöte. Frau Hoggett soll das preisgekrönte Hirtenschwein in die Grossstadt begleiten, wo es an einer Landwirtschaftsaustellung vorgeführt werden soll. Am Flughafen wird die Besitzerin allerdings durch einen Irrtum und einen übereifrigen Zollhund von ihrem wertvollem Schweinchen getrennt. Babe muss sich in der für ein Schweinchen furchterregenden Metropole alleine zurecht finden. Auf seiner Suche nach einer Unterkunft stösst es auf ein Haus, das einer Vielzahl ausgestossener Tiere Unterschlupf bietet. Die Besitzerin des Hauses bezahlt die Miete durch Auftritte mit den dressierten Tieren. Doch kaum stösst Babe zur Artistentruppe, geht auch hier einiges schief, und die Hausbesitzerin ist nicht mehr in der Lage, die Miete zu bezahlen. Bei der Hausräumung werden die herrenlosen Tiere in ein Tierlabor verfrachtet. Die einzige Hoffnung ist wieder einmal Babe, das gleichzeitig auch noch einen Weg finden muss die Hoggett Farm vor dem Bankrott zu retten.


Babe in der grossen Stadt

«Animal Town»

Die Fortsetzung des überraschenden Welterfolges hat zwar von der Geschichte her nicht viel mit George Orwells «Animal Farm» gemeinsam, doch wie in Orwells Russland-Chronologie sind die sozialkritischen Andeutungen in der von George Miller (Mad Max-Trilogie) inszenierten Fabel überaus zahlreich. So geht es in Babe: Pig in the City nicht nur um ein Schweinchen und seine tierischen Freunde, sondern, sozusagen, um das Schwein in uns allen, dass unter gewissen Umständen zu grösseren Taten bereit ist. In der Unterkunft der Tiere findet sich ein Sammmelsurium buntester Persönlichkeiten, und die Stadt dient als Symbol für die ganze Welt. Für die Kulisse der Metropole wurden Elemente aus allen grösseren Städten der Welt ineinander verschmolzen, von der Golden Gate Bridge und der Skyline von New York über den Eiffelturm und den Big Ben bis hin zum Opernhaus von Sydney. Für die nähere Umgebung des Tierasyls wurde eine venezzianische Kanalstadt erschaffen und verschiedene Strassenzüge erinnern einerseits an Venice Beach, L.A. und andererseits an verwinkelte mediterrane Dörfchen. Die Bühnenbildner durften ihren Fantasien freien Lauf lassen. Neben der spannenden und unterhaltsamen Geschichte kommt so der Kinobesucher auch gleich noch in den Genuss einer Weltreise.


«Gemeinsam sind wir stark.»

Unheilvolle Gerüchteküche

George Miller, der den ersten Teil produzierte und auch das Drehbuch dafür schrieb, liess es sich nicht nehmen beim zweiten Teil selbst Regie zu führen. Das Resultat ist um einiges besser als das Original, doch verschiedene Faktoren führten dazu, dass die Einspielergebnisse in den USA weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Das Projekt wurde u.a. von den Gerüchten überschattet, dass das Budget weit überzogen werde, Miller Probleme bei der Nachbearbeitung der zahlreichen Spezialeffekte bekunde und der fertige Film viel zu düster für einen Kinderfilm sei. Am Wochenende als der Film dann anlief, entschloss sich die für den Erfolg des Films ausschlaggebende Bevölkerungsgruppe, die Eltern dazu, ihre Kinder lieber in A Bug's Life, von den bekanntlich kinderfreundlichen Disney-Studios mitzunehmen. Da die Einspielergebnisse nach dem ersten Wochenende gewohnheitsgemäss sinken, war somit das Schicksal von Babe: Pig in the City besiegelt; ungeachtet dessen, dass sich die Gerüchte, wie üblich, als falsch bewiesen. Babe: Pig in the City sorgt für Unterhaltung für jedes Alter. Spritzige Dialoge und fantastische Aufnahmen regen die Vorstellung von jung und alt an. Miller schuf eine würdige Fortsetzung für den Publikumsliebling Babe.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Babe: Pig in the City (1998)
Land:USA
Genre:Kinderfilm
Bewertung:
 
Regie:George Miller (II)
Drehbuch:Dick King-Smith
Mark Lamprell
George Miller (II)
Judy Morris
Produktion:Bill Miller (II)
George Miller (II)
Doug Mitchell
Schnitt:Jay Friedkin
Besetzung:James Cromwell
Mary Stein (I)
Magda Szubanski
Matt Parkinson
Mickey Rooney
 
Länge:97 Minuten
Negativ:35 mm
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Kennedy Miller Productions
CH Verleih: United International Pictures


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