Bean (1997)

Mr. Bean ist tot, lang lebe Mr. Bean. Mit Bean: The Ultimate Desaster Movie begraben die beiden Väter Rowan Atkinson und Richard Curtis ihr Kind nach sieben erfolgreichen Jahren. Für den letzten Paukenschlag wählten sie einen Spielplatz, der wie geschaffen ist für diese simple Seele Britanniens. Das Land der freien Nichtraucher, „The United States of America“.


von Serge Zehnder


Man braucht ihn nur anzusehen, um das komische Talent zu erkennen, mit dem Rowan Atkinson im Fernsehen und auf etlichen Bühnen seit über zehn Jahren sein Publikum amüsiert. Er ging mit seinem Autorenfreund und Kompagnon Richard Curtis bei Black Adder durch die Geschichte Englands und verdrehte diese nach seinem Gusto. Er ist sowohl als indischer Kellner, werbender „First-Dater“ oder griesgrämiger Dankesredner auf Video erhältlich und dank der Kreation des Mr. Bean überbrückte er die Sprachbarrieren mit seiner genialen Mimik.

Witz ohne Worte liessen das erwachsene Kind auch fern der englisch sprachigen Insel zum Erfolg werden. Wie wenig Dialoge man benötigt, um etwas Lustiges zu zeigen, beweisen Atkinson und Curtis eins ums andere Mal und beenden ihr Projekt mit einem Leinwandauftritt, der sich exakt an die Qualitäten der Fernsehversion hält. Dauerten diese Sketches in der Flimmerkiste dreissig Minuten, wurden sie für den „Big Screen“ geschickt abendfüllend verlängert.


Kaum in den USA, schon im Knast

POMPEJ FIEL DURCH DEN VULKAN, L.A. DURCH BEAN

Und so begibt sich Mr. Bean im Auftrag der Royal National Gallery nach Amerika, um dort das bedeutendste amerikanische Bild mit dem Titel „Whistler’s Mother“ in einer formellen Zeremonie an die U.S.A zurückzugeben. Freilich wurde ihm dieser Auftrag nicht wegen seiner hervorragenden Kenntnisse erteilt, sondern weil das Management des Museums den so lieben und so schussligen Menschen für eine bestimmte Zeit loswerden wollte. Gesagt getan, Mr. Bean, nun von den Amis mit einem Doktor betitelt, zieht frisch fröhlich für die Dauer des Aufenthalts in das Haus des Kurators David Langley (Peter MacNichol) ein. Dafür ziehen Langleys Frau und Kinder aus. Noch völlig ahnungslos, was er eigentlich tun soll, geht Bean mit seinem neu gefunden Freund auf Besichtigungstour in L.A., wo nach dem Haussegen auch ein Freizeitpark nicht mehr ganz so gerade steht. Dieser Orkan, der dem Kurator scharf um die Ohren weht, wäre noch zu verkraften, solange es sich bei dem Katastrophenmenschen um einen Experten handelt. Als sich aber auch noch herausstellt, dass Langley keinen Fachkundigen Kollegen beherbergt, kommt die Sache erst richtig ins Rollen.


Die Tücken des Fast Food

SURREALES ENDE

Stummfilmstars wären auf Rowan Atkinson stolz, weil er wie Keaton und Chaplin alleine durch seine Körper- und Gesichtsausdrücke das Zwerchfell in Wallungen bringt, nach der Devise: „Probleme sind da, um sie zu lösen“. Hat man keine saubere Pfanne für den Kaffee, keinen freien Parkplatz oder keinen Schlüssel, um nackt wieder in sein Hotelzimmer zu kommen, für jede missliche Situation gibt es eine Lösung. Atkinsons Figur manövriert sich konstant aus der Sackgasse heraus. Kindlicher Übermut, wedelnde Arme beim Anblick von Zuckerwatte, Herumgejohle bei einer Rundfahrt im Cabrio und die Freundschaft zu Langleys Sohn zeugen von einem stehengebliebenen Charakter, der instinktiv und ohne grössere Gehirnaktivität durchs Leben stakst. Der Abschied von Mr. Bean spielt sämtliche fürs Fernsehen kreierten Faktoren in vollen Zügen aus. Eine Laudatio nach Mass, wenn man so will. Oder um es mit Langleys letzten Worten im Film auszudrücken: „Es war surreal.“ Und jetzt ist es vorbei. „This was the last return of Mr. Bean“. R.I.P. Er wird seinen Fans unvergessen bleiben.

Filmausschnitte (Teaser)

 007 is his I.Q. (2.4 MB)
 Twister (2.4 MB)
 Extreme Measures (2.8 MB)
 Photo Booth (2.1 MB)
 No Smoking in the Theater (3.5 MB)


Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Bean (1997)
Land:Grossbritannien
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Smith, Mel
Drehbuch:Atkinson, Rowan
Curtis, Richard (I)
Driscoll, Robin
Produktion:Bennet Jones, Peter
Bevan, Tim
Fellner, Eric
Koproduktion:O'Brien, Rebecca
Ausf. Prod.:Atkinson, Rowan
Curtis, Richard (I)
Kamera:Kenny, Francis (I)
Schnitt:Blunden, Chris
Musik:Goodall, Howard
Ausstattung:Larkin, Peter S.
Besetzung:Atkinson, Rowan
Capaldi, Peter
Egan, Peter
Gant, Richard
Goldring, Danny
Lawrence, Andy
MacNicol, Peter
McGowan, Tom (II)
Mills, John (I)
Oh, Sandra
Reed, Pamela
Reynolds, Burt
Shanks, Priscilla
Vessey, Tricia
Yulin, Harris
Drake, Larry
Galecki, Johnny
 
Länge:90 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby SR-D
Prod.-firma:Polygram
CH Verleih: Elite Film


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