The Big Lebowski (1998)

Ein Leben zwischen Bowling, Joints, Sex, Crime und dem California Lifestyle.


von Martin A. Blatter


The Big Lebowski ist eine chaotische Auslegeordnung, aber eine coole Auslegeordnung. Joel und Ethan Coen, die unbestrittenen Meister der schrägen Figuren und verrückten Geschichten, haben hier alle Register gezogen. Dafür waren sie sogar bereit, den Plot zu opfern.



Call me «The Dude»

Jeff «The Dude» Lebowski (Jeff Bridges) ist ein Dinosaurier. Ein 68er-Relikt, das sich im Los Angeles der Neunziger mehr schlecht als recht durchs Leben schlängelt. Aber solange er mit einem Joint in der Badewanne liegt, sich seine White Russians hinter die Binde giesst oder mit seinen Loser-Kumpels Walter (John Goodman) und Donny (Steve Buscemi) die Zeit in der Bowlinghalle totschlagen kann, ist er happy. Nur wenige Dinge können ihn aus seiner Ruhe bringen, nicht einmal die zwei Schlägertypen, die in sein Bungalow eindringen und ihm auf seinen Teppich pissen. Die Gangster haben ihn mit einem gleichnamigen Millionär verwechselt, dessen viel jüngere Frau Bunny (Tara Reid) einem schmierigen Pronoproduzenten namens Jackie Treehorn (Ben Gazzara) Geld schuldet. Kurzerhand beschliesst «The Dude», den «grossen» Lebowski (David Huddleston) aufzusuchen und um Schadenersatz nachzusuchen. Doch der behinderte Millionär ist überhaupt nicht beeindruckt, also lässt «The Dude» beim Herausgehen den nächstbesten Teppich mitlaufen. Damit, so denkt er, sei die Sache nun erledigt...



...bis er von Lebowskis Sekretär erfährt, dass Bunny entführt worden sei. «The Dude» soll gegen entsprechende Entlöhnung als Kurier fungieren. Mit dem impulsiven Vietnam-Veteran Walter an seiner Seite macht er sich auf, den Fall zu lösen. Und dabei ist er erst am Anfang immer komplizierterer Verwicklungen und «unglücklicher» Zufälle. Und so ganz nebenbei hat er sich noch mit seinen alkohol- und drogengeschwängerten Träumen, einem anstehenden Bowlingturnier gegen den Latino-Gockel Jesus (John Torturro), sowie der fortpflanzungswilligen Lebowski-Tochter Maude (Julianne Moore) rumzuschlagen.

In The Big Lebowski führen uns die Coens ein unglaublich ergiebiges Sammelsurium skuriler Figuren vor, die oft so schnell wieder von der Leinwand verschwinden, wie sie gekommen sind. Man vermisst zwar spontan die Sensibilität, die Ernsthaftigkeit und Sorgfalt bei der Figurenzeichnung und den logischen Zusammenhalt den frühere Coen-Filme, wie Fargo oder Barton Fink ausgezeichnet haben, doch die schiere Menge an visuellen und verbalen Gags macht diesen Film dennoch interessant und vor allem cool.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:The Big Lebowski (1998)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Joel Coen
Drehbuch:Ethan Coen
Joel Coen
Produktion:Ethan Coen
Koproduktion:John Cameron (II)
Ausf. Prod.:Tim Bevan
Eric Fellner
Kamera:Roger Deakins
Schnitt:Ethan Coen
Joel Coen
Tricia Cooke
Musik:Carter Burwell
Ausstattung:Rick Heinrichs
Kostüme:Mary Zophres
Besetzung:Jeff Bridges
Steve Buscemi
Sam Elliott
Flea
Ben Gazzara
John Goodman
Philip Seymour Hoffman
David Huddleston
Julianne Moore
Tara Reid
Leon Russom
Peter Stormare
David Thewlis
John Turturro
Harry Bugin
Christian Clemenson
Jimmie Dale Gilmore
 
Länge:113 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Prod.-firma:Working Title Productions
CH Verleih: Elite Film


[ Homepage ]
Copyright © 1998 Elite Film (Bilder)
Copyright © 1996-1997 CineNet (Text)