Blackout, The (1997)

Zwischen Drogen, Alkohol und Albtraum verheddert sich Abel Ferraras neuster Film in Banalitäten.


von Flavia Giorgetta


Der berühmte Schauspieler Matty (Matthew Modine) besitzt alles, was er will: Geld, Ruhm und die schöne Freundin Annie (Béatrice Dalle). Bloss mit Drogen geht er etwas allzu unzimperlich um, und seine Gefühle arten manchmal in Ausbrüchen aus. Als ihm die vermeintlich schwangere Annie gesteht, auf sein eigenes Drohen hin abgetrieben zu haben, rastet Matty aus. Mit seinem Freund Micky (Denis Hopper), einem Nachtclubbesitzer und dubiosem Regisseur, verfällt er dem Vollrausch und den damit verbundenen Sexeskapaden in Miami. Als Matty in einer Kellnerin Annie wiederzuerkennen glaubt, klinkt sein Hirn aus: Es kommt zum titelgebenden Blackout, den Micky wie alle Ereignisse mit der Videokamera festhält.


berühmte Schauspieler unter sich
Als Matty 18 Monate später nach einem Alkoholentzug mit dem «laufenden Reformhaus» Susan (eine kaum schauspielernde Claudia Schiffer, die bloss ihre Schönheit einbringt) in New York zusammenlebt, wird er des öftern von Albträumen heimgesucht, die mit seiner Vergangenheit zusammenzuhängen scheinen. Um seine Obsession von Annie, die in seinen Träumen meist in totem Zustand vorkommt, loszuwerden, reist er zurück nach Miami, wo am Schluss das Geheimnis gelüftet wird.


Schauspielerin oder Ausstattung?
Krampfhaft versucht Abel Ferrara, ein Mysterium, das mit Unsäglichem verbunden sein soll, zu vermitteln. Doch was bei David Lynch stets geheimnisvoll und auch am Ende noch faszinierend undurchschaubar wirkt, verkommt bei Ferrara zur Banalität. Nach mehreren überragenden Mafia-Filmen hat er sich leider von diesem Thema abgewandt (auch wenn man die Filmindustrie, in der Matty verkehrt, selbstverständlich ebenfalls als mafiös bezeichnen könnte). Bloss in den Absturzszenen schimmert Ferraras Stärke durch, das Scheitern der Erfolgreichen zu zeigen. Einige Doppelbelichtungen, während denen für Matty Traum und Realität verschmelzen, sind durchaus sehenswert, doch die Lösung des Geheimnisses ist so banal, dass sie auch die tiefsten Erwartungen nicht befriedigen kann. Der kitschige Schluss erinnert ein letztes Mal an Lynch, wirkt jedoch nur lächerlich. Ferrara wäre lieber bei seinen eigenen Themen geblieben, als David Lynch eine Pseudo-Hommage zu widmen, die dem Meister des Mehrdeutigen immens unterliegen muss.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Blackout, The (1997)
Land:USA
Genre:Thriller
Bewertung:
 
Regie:Ferrara, Abel
Drehbuch:Ferrara, Abel
Hanson, Marla
Zois, Christ
Produktion:Cannold, Jay
Nunnari, Gianni
Pressman, Edward R.
Teper, Meir
Townsend, Clayton
Koproduktion:Chambat, Michel
Kalfon, Pierre
Ausf. Prod.:Canon, Alessandro
Damon, Mark
Kamera:Kelsch, Ken
Schnitt:Redman, Anthony
Musik:Delia, Joe (I)
Ausstattung:Hoover, Richard
Kostüme:Eshelman, Melinda
Besetzung:Dalle, Béatrice
Hopper, Dennis
Lassez, Sarah
Modine, Matthew
Schiffer, Claudia
Hyde, James
 
Länge:100 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby SR
CH Verleih: Monopole Pathé Films


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