Blade (1998)

Blade is eine Orgie blutiger Effekte (toll gemacht, für solche die es mögen) und sich wiederholender Kung-Fu Kampfszenen mit chromglänzenden Klingen und nichts mehr!


von George Kupferschmid


Wesley Snipes spielt Blade, einen bekannten «Marvel Comic»-Helden und Vampirjäger, der mit allen Mitteln die langsame aber stetig zunehmende Verseuchung der Welt durch böse Vampire stoppen will. Trotz zweistündigem Gemetzel und allerhand Spezialeffekten wirkt Blade eher wie ein überlanges Werbevideo für Bodybuilder und Liebhaber fernöstlicher Kampfkünste. Selbst die martialen Kampfeinlagen wirken auf die Dauer ermüdend und können über den fehlenden Inhalt des Filmes nicht hinwegtäuschen. Dennoch spielte der Streifen am ersten Wochenende seines Erscheinens in der USA bereits die Hälfte der benötigten $45 Mio. ein. Sind die Wesley Snipes Anhänger tatsächlich so zahlreich oder liegt ein Hauch von Blut in der Luft?


Auge um Auge, Blut um Blut

Vampir ist nicht gleich Vampir!

Blade, ein Halb-Vampir, dessen Mutter gebissen wurde als sie mit ihm schwanger war, besitzt sämtliche Kräfte eines Vampirs jedoch keine ihrer Schwächen. Silber macht ihm nichts aus und bei Tage kann er sich auch bewegen, was ihm in den Kreisen der Vampire den Namen «Day Walker» eingebracht hat. Jedoch verspürt auch er den Durst nach Blut, welchen er nur mit Hilfe seiner eisernen Entschlossenheit und mit der täglichen Injektion eines Spezialserums unter Kontrolle halten kann. Unterstützt durch seinen Partner und Mentor Whistler (Kris Kristofferson), der ihn als Kind aufnahm, und betreibt Blade, neben seinem Ordnungshüter Dasein, auch einen Rachefeldzug um den «Beisser» seiner Mutter zu finden. Derweil versucht Blades Todfeind, Deacon Frost (Stephen Dorff), ein anrüchiger anarchistischer Blutsauger, das über Jahrhunderte regierende aristokratische Establishment der Vampire zu stürzen. Um seinen Plan zu verwirklichenbenötigt er Blades «Halbblut».


Blade oder Herkules?

Action ohne Ende

Hauptdarsteller und Co-Produzent Snipes lässt keinen Zweifel mehr aufkommen wer der Actionheld der 90er ist. Das vermittelt uns auch das Drehbuch in aufdringlichster Art und Weise. Was dazu führte, dass sich alles nur um Snipes aufgepumpte Arme und - wenn er sich sein Hemd endlich vom Leibe reisst - seinen Waschbrett-Bauch dreht. Für manche mag das beeindruckend wirken, doch mit seiner krampfhaften Art eine wirkliche Persönlichkeit zu mimen, verliert er zunehmend an Profil, sehr zugunsten von Dorff. Dieser lässt einem, mit seinem sehlenlosen Zynismus und seinen eingesunkenen leeren Augen, das Blut in den Adern gefrieren. Im Gegensatz zu den Nebendarsteller Kris Kristofferson und NïBushe Wright, welche Rückblickend nicht unbedingt die glücklichste Rollenauswahl getroffen haben.
Und trotzdem, die Action Sequenzen sind mitreissend. Schwerter, Messer, Blut, Gewehre, Feuer, Zähne, Pfeile, Haut, mehr Blut, Fäuste und Silberkugeln bis zum Abwinken. Es wird praktisch nichts ausgelassen. Aber muss dies wirklich zwei Stunden dauern?



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Blade (1998)
Land:USA
Genre:Actionfilm
Bewertung:
 
Regie:Stephen Norrington
Drehbuch:David S. Goyer
Produktion:Robert Engelman
Peter Frankfurt
Wesley Snipes
Koproduktion:Jon Divens
Andrew J. Horne
Ausf. Prod.:Avi Arad
Joseph Calamari
Lynn Harris
Stan Lee
Kamera:Theo Van de Sande
Schnitt:Paul Rubell
Musik:Mark Isham
Ausstattung:Kirk M. Petruccelli
Kostüme:Sanja Milkovic Hays
Besetzung:Clint Curtis
Stephen Dorff
Eric Edwards (I)
John Enos III
Tim Guinee
Andray Johnson
Arly Jover
Udo Kier
Kris Kristofferson
Jenya Lano
Donal Logue
Traci Lords
Stephen R. Peluso
Marcus Salgado
Matt Schulze
Judson Scott
Wesley Snipes
Irene A. Stepic
Carmen Thomas (I)
Kevin Patrick Walls
Keith Leon Williams
N'Bushe Wright
 
Länge:120 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Imaginary Forces
Amen Ra Films
New Line Cinema
CH Verleih: Rialto Film


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