Blue Note - A Story of Modern Jazz (1996) (TV)

Blue Note ist ein Dokumentarfilm über die Entstehung von Modern Jazz und die Geschichte eines Plattenlabels, welches diese Entwicklung überhaupt erst ermöglichte.


von Arni Seefeld


Spätestens seit dem weltweiten Erfolg der amerikanischen Acid Jazz-Formation US3, welche mit der Single «Cantaloop» einen Chartbreaker landete, ist der Begriff «Blue Note» in jedermanns Munde. Doch kaum ein Liebhaber der kommerziellen Musik weiss, woher der berühmte Satz «Ladies and gentlemen, as you know we have a recording for Blue Note records» stammte. In Tat und Wahrheit stammte dieser Satz, und vieles andere dieser Aufnahme, von alten Blue Note Records, welche seit 1939 von zwei deutschen Immigranten in New York City unter diesem Namen aufgenommen und publiziert wurden.



«Yeah man, this is Jazz»

Julian Benedikt schuf mit diesem Film eine Dokumentation über das Blue Note Label, welches man heute als Inbegriff des modernen Jazz bezeichnen darf. Der Film erzählt die Geschichte zweier deutscher Jazzliebhaber, die ohne finanzielle Mittel das Wagnis eingingen, ihrer grossen Liebe nachzueifern, indem sie die Musiker und ihre Kunst auf Platten bannten und somit für die Nachwelt dokumentierten und festhielten. Der Film gewährt, bereichert mit vielen Interviews und Konzertmitschnitten wahrer Jazzgiganten (Herbie Hancock, Art Blakey, John Coltrane u.v.a), einen aufschlussreichen Einblick in das Leben der beiden Unternehmer und ihrer Freunde.

Nicht nur sehens-, sondern auch hörenswert

Keine Frage, der Film vermag jedem Zuschauer bzw. Zuhörer ohne weiteres ein Gefühl der Verbundenheit mit den beiden Hauptdarstellern zu vermitteln, vorausgesetzt man teilt ihre Liebe zum Jazz. Benedikt gelingt es auf geschickte Art und Weise jedem Zuschauer mittels gut gestreuter und gewählter Interviews und Konzertmitschnitte die Kunst Jazz so vor Augen zu führen, wie sie die Musiker sahen. Nicht das monetäre, sondern das spirituelle Umfeld des damaligen Jazz steht im Vordergrund. Leider ist anzumerken, dass oftmals Interviews mit sehr ähnlichem Inhalt in zu kurzem Abstand gezeigt werden. Man spürt zwar, dass Benedikt genau damit die wichtigen Nuancen herausstreichen will, aber es vielleicht doch ein bisschen übertreibt.

Trotzdem ist Benedikt mit diesem Film ein dokumentarisches Meisterwerk gelungen. Ohne grosse Knalleffekte, Liebesszenen und ähnliche Mittel aus dem Hause Hollywood, wird jeder Jazzfan im Innersten berührt und dem Gefühl dieser Musik ein grosses Stück näher gebracht. Der ganze Film hatte soviel Swing, dass das ganze Kino mit den Fingern auf 2 und 4 schnippte. This is jazz, man!



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Blue Note - A Story of Modern Jazz (1996) (TV)
Land:BRD
Bewertung:
 
Regie:Benedikt, Julian
Drehbuch:Benedikt, Julian
Produktion:Pfau, Ulli
Kamera:Rexer, William
Schnitt:Hulmer, Andrew
 
Länge:92 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby
Prod.-firma:EuroArts Entertainment
Arte
Süddeutscher Rundfunk (SDR)
CH Verleih: Frenetic Film


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