Bound

Als sich die Hauswärtin Corky und die Mafiabraut Violet im Lift eines Luxusappartementhauses begegnen, funkt es zwischen den beiden Frauen auf Anhieb.



Der so am Filmanfang von Bound entfachte Funke wird dann schon bald zu einem Feuer, das den Film aufheizt und weiterkochen lässt. Ein Feuer, welches sich bis zum Ende halten kann und das aus Bound einen spannenden, erotischen und fesselnden Film macht.


Tanz mit der Mafia

Chicago, die Stadt Al Capones, scheint noch immer nicht zur Ruhe gekommen zu sein. Obwohl der alte Mafiaoberboss schon seit Jahrzehnten tot ist und die Mitglieder der ehrenwerten Gesellschaft von Polizei und Drogenfahndung gehetzt werden, lässt es sich dort als Mafia-Kadermitglied noch stets gut leben. Violet (Jennifer Tilly) kann dies nur recht sein. Als Geliebte eines einflussreichen Mafioso geniesst sie ein Leben in Luxus und Langeweile. Ceasar (Joe Pantoliano), ihr Freund (oder eher ihr Besitzer), hütet sie wie eine seiner übrigen Kostbarkeiten. Eifersucht füllt ihn, wenn ein Mann seinem Juwel zu nahe kommt. Doch nie hätte er geahnt, dass die Gefahr betrogen zu werden nicht von einem seiner Mafiakumpels ausgeht, sondern von der Hauswärtin. Die sinnliche und rauhbeinige Corky (Gina Gershon) reizt, wenn sie von ihrem schweren Motorrad absteigt, Violet weit mehr, als das all die verfressenen Mafiosi je könnten. So kommt es, dass sich Corky und Violet ineinander verlieben.

Um dem Gefängnis der eigenen Vergangenheit zu entfliehen, beschliessen die zwei, gemeinsam ein neues Leben zu beginnen. Für den Beginn wäre ein kleines Reisetaschengeld nicht schlecht. Und wo ist mehr Geld zu finden als bei der Mafia? Doch wo ist dieses besser bewacht und die Folgen beim Erwischtwerden dramatischer als bei eben derselben Gesellschaft? Aber als Ceasar eines Abends einen Koffer mit zwei Millionen Dollar heimbringt, um ihn an seinen Big Boss weiterzugeben, verlieren Corky und Violet ihre Ängste und hecken einen Plan aus. So wie Träume vom grossen Geld meist Schäume bleiben, so sind Pläne zum Austricksen der Mafia schierer Selbstmord. Es beginnt ein mörderischer Kampf mit der Mafia.


Gelungener Sprung

Mit Bound wagten die Gebrüder Larry und Andy Wachowski den Sprung vom Drehbuchschreiben hin zum Filmemachen. Beide hatten das Gefühl, durch das Schreiben von Drehbüchern genügend Erfahrung zum Erstellen eines Filmes aufzuweisen. Das Resultat gibt ihnen recht. Ausgestattet mit einer gehörigen Portion "sex and crime", wurde Bound zu einem Streifen, der sich durchaus sehen lassen kann. Der gewitzte Kampf der zwei Frauen gegen die Mafia ist packend, die Beziehung zwischen Corky und Violet sehr erotisch. Dass die Mafiosi wirklich so dämlich sind, wie in Bound dargestellt und die Polizei sich derart plump austricksen lässt, sind Klischees, durch die ein Vorsprung für die zwei Frauen entsteht. Ein Vorsprung, der den beiden Verliebten gegönnt werden darf. Wie von Corky im Film angetönt, scheint zwischen Sex und Diebstahl kein grosser Unterschied zu liegen: Beides kann für knisternde Spannung sorgen.

Andreas Studer

Angaben zum Film

Titel:Bound
Genre:Actionfilm
Bewertung:****.
Länge:107 Minuten
Regie:Larry und Andy Wachowski
Drehbuch:Larry und Andy Wachowski
Produktion:Stuart Boros, Andrew Lazar, Jeffrey Sudzin (co), Larry und Andy Wachowski (exec)
Kamera:Bill Pope
Musik:Don Davis
Besetzung:Jennifer Tilly (The Doors, Bullets over Broadway)
Gina Gershon (Cocktail, Showgirls)
Joe Pantoliano (The Fugitive, Bad Boys)
Verleih:Monopole Pathé Films



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