The Cable Guy

Jim Carrey startet einen erneuten Angriff auf die Lachmuskeln.



Infolge terminlicher Probleme konnte das Review zu The Cable Guy nicht rechtzeitig angeboten werden. In der Zwischenzeit war jedoch ein Auszug aus den Produktionsnotizen zum Film verfügbar, den wir beibehalten, um Ihnen auch die Aussagen der Hauptbeteiligten näherzubringen. Im Anschluss an den Auszug finden Sie eine Kritik.

<< Es ist ein gern gepflegtes amerikanisches Ritual: Schieb dem Cable Guy fünfzig Mäuse rüber, und du bekommst alle Fernsehkanäle umsonst. Aber als Steven Kovacs (Matthew Broderick) in eine neue Wohnung zieht, muß er feststellen, daß sein Cable Guy (Jim Carrey) anders ist. Er will seine fünfzig Mäuse nicht. Alles, was er will, ist ein Freund. Und um diesen Freund zu bekommen, macht er vor absolut nichts halt. Steven merkt sehr bald, daß es so etwas wie Kabelfernsehen "umsonst" nicht gibt.

Matthew Broderick, der für seine Rolle in dem TV-Film How to Succeed in Business Without Really Trying mit einem Tony Award ausgezeichnet wurde und vor allem durch den Komödienhit Ferris Bueller's Day Off bekannt wurde, spielt den jungen Architekten Steven Kovacs, dessen vager Versuch, umsonst Kabelfernsehen zu bekommen, als Einladung, an seinem kompletten Leben teilnehmen zu dürfen, mißverstanden wird. "Im Grunde ist Steven ein leichtes Opfer für Psychopathen wie den Cable Guy, weil er einfach nicht nein sagen kann", erklärt Jim Carrey, der die Rolle des absonderlichen - und doch charismatischen - Cable Guy spielt. "Das ist ein Problem, das viele Menschen haben: Sie können einem anderen nicht zu verstehen geben, wann er zu weit geht. Selbst wenn Steven klar nein sagt, versteht es der Cable Guy, ihn zu manipulieren und aus diesem 'Nein' ein 'Ja' zu machen. Er hämmert einfach so lange an die Tür, bis ihm jemand aufmacht."

"Der Cable Guy sieht eine offene Tür in Stevens Leben, weil der sich gerade von seiner Freundin getrennt hat und auf sich alleine gestellt ist", sagt Regisseur Ben Stiller, der mit The Cable Guy nach der erfolgreichen "Generation X-Komödie" Reality Bites seinen zweiten Spielfilm gedreht hat. "Der Cable Guy weiß von Stevens Trennung durch dessen Fernsehrechnung. Und als Steven sich dazu durchringt, ihn nach einem schwarzen Kabelanschluß zu fragen, und ihm unter der Hand fünfzig Dollar anbietet, mandelt sich der Cable Guy ein wenig auf und jagt ihm einen kleinen Schrecken ein." Leslie Mann, die demnächst neben Bruce Willis in Last Man Standing zu sehen sein wird, spielt Stevens Freundin Robin, die das Benehmen des Cable Guy für die Fürsorge eines echten Freundes hält. George Segal (Flirting with Desaster) und Diane Baker (The Silence of the Lambs) spielen Stevens Eltern, die von der altmodischen Art des Cable Guy durchaus bezaubert sind - sehr zum Verdruß ihres arg gebeutelten Sohnes. Jack Black (Dead Man Walking) spielt Stevens besten Freund Rick, dessen Wut über die Einmischungen des Cable Guy in Stevens Leben ihn dazu bewegen, Nachforschungen über die wahre Identität des Kerls anzustellen.

"Dieser Film hat zwei verschiedene Aspekte, die zusammenstoßen", erklärt Carrey, dessen komplexe Darstellung des Cable Guy zugleich verstörend und urkomisch ist. "Er ist gleichzeitig sehr seltsam und beunruhigend und zum Brüllen komisch. Sagen wir 'Hitchcock meets Jerry Lewis'. Oder, was mir besser gefällt: Rosemary's Baby meets Ein seltsames Paar." Carrey, der mit seinen Megahits Ace Ventura, Pet Detective, The Mask und Dumb and Dumber einige der bemerkenswertesten Leinwandfiguren der letzten Jahre geschaffen hat, sieht The Cable Guy als eine Gelegenheit, einen Charakter zu spielen, der den sicheren Zaun zwischen Normalität und Wahnsinn laufend nach beiden Seiten überspringt. "Ich liebe das Gefährliche an ihm", sagt Carrey. Man weiß nie, was der Kerl als nächstes vorhat. Er hat seine Vorstellungen davon, wie das Leben sein sollte, aus dem Fernsehen, weil er praktisch allein vor dem Fernseher großgeworden ist. Sein Inbegriff einer heilen Familie ist My Three Sons (eine beliebte US Serie der siebziger Jahre). Er ist ein Meister der Manipulation, der sich Steven als Opfer für seine Freundschaft ausgesucht hat."

Für Regisseur Ben Stiller ist allein die Tatsache, daß Jim Carrey den Cable Guy spielt, Grund genug, daß die Figur trotz aller Verrücktheit merkwürdig sympathisch wirkt. "Ich glaube, Jim hat etwas, was die Leute auf den verschiedensten Ebenen anspricht", sagt Stiller. "Er kann den größten Klamauk veranstalten und gleichzeitig sehr subtil sein. Diese Subtilität bringt mich persönlich am meisten zum Lachen, aber die Kids lieben ihn einfach, wenn er am verrücktesten ist. Sie nehmen ihm den Bösen ohne weiteres ab und stehen trotzdem auf seiner Seite, weil er tief innen doch ein gutes Herz hat. Ich denke, die Leute halten ihn im Grunde für einen netten, witzigen Kerl, der sein letztes geben würde, um einen zum Lachen zu bringen." >>

Ich ging mit der Erwartung in den Film, erneut einen Ace Ventura zu sehen. Jim Carrey's Grimassen fand ich schon immer etwas übertrieben, und hier waren sie ganz fehl am Platz. Während sie 'Ace Ventura' komplementieren und 'The Mask' förmlich davon lebt, ist 'Cable Guy' schon gar keine Komödie. Der Film handelt von einem einsamen Typ, der auf der Suche nach einer echten Freundschaft ist. Dieses Streben wird zur Obsession und mit allen Druckmitteln durchgesetzt. Im Prinzip ganz guter Stoff für einen Psychothriller, doch der Film will nie diesem Anspruch gerecht werden, sondern mit Gags und verzogenen Gesichtern im Genre der Komödie bleiben.

Um auch dem erzieherischen Gehalt gerecht zu werden, wird dem angepeilten jungen Publikum erklärt, welch schlechten Einfluss das Fernsehen und eigene virtuelle Welten haben können.

Einige Tage nach diesem enttäuschenden Erlebnis flatterte dann die Pressemappe in Form einer CD-Rom ins Haus. Diese liess mich den Filminhalt vergessen und entführte mich in eine gekonnt aufgemachte multimediale Welt. Die virtuelle Fernbedienung liess mich durch Filmdaten, Interviews und Videoclips zappen. Und da war es plötzlich: Jim Carrey's genial-schräge Interpretation von 'Somebody to Love'. Wer auf der Suche nach einer gut gemachten Multimedia CD ist, sollte sich einmal mit dem Verleih in Verbindung setzen.

Peter J. Kunz

original Kinotrailer (QuickTime-Format, ca. 10MB)

<< Somebody to Love >> Videoclip (QuickTime-Format, ca. 25MB)

Angaben zum Film

Titel:The Cable Guy
Genre:Komödie
Bewertung:2/6
Länge:92 Minuten
Regie:Ben Stiller
Drehbuch:Lou Holtz, Jr.
Produktion:William Beasley
Kamera:Robert Brinkmann
Musik:John Ottman
Besetzung:Jim Carrey (Ace Ventura: Pet Detective, The Mask)
Matthew Broderick (Ferris Bueller's Day Out)
Leslie Mann
George Segal (Flirting with Desaster)
Verleih:20th Century Fox

Weitere Informationen gibt es hier.



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