Chain Reaction

Stell Dir vor, der Menschheit steht eine unbegrenzte Energiequelle zur Verfügung, jeder will sie haben und einer will das verhindern.



So oder ähnlich könnte man die Inhaltsangabe von Chain Reaction etwas salopp umschreiben. Dafür dass es nicht ganz so einfach ist, hat Andrew Davis, der Regisseur von The Fugitive gesorgt und eine spannende Verfolgungsjagd quer durch die USA daraus gemacht.


Keanu Reeves auf der Flucht

Wie wird Wasser zu Energie?

In einem Forschungslabor der Universität Chicago arbeitet der Wissenschafter Alistair Barkley an der Gewinnung von Wasserstoff aus gewöhnlichem Wasser, der anschliessend als billige und saubere Energiequelle genutzt werden kann. Eines Abends gelingt dem Team schliesslich der grosse Durchbruch und an der anschliessenden Siegesfeier ist auch Paul Shannon (Morgan Freeman) zugegen, der einflussreiche Vertreter der Moore-Stiftung, die das ganze Projekt finanzieren hilft. Doch bevor Dr. Barkley seine Ergebnisse auf dem Internet veröffentlichen kann, wird er ermordet und das Labor durch eine gewaltige Wasserstoff-Explosion in die Luft gejagt. Der junge Maschinenbau-Ingenieur Eddie Kasalivich (Keanu Reeves) findet den toten Barkley und entkommt anschliessend nur knapp dem Inferno. (Hatte ich eine ähnliche Szene nicht schon in Independence Day gesehen?) Doch damit fängt der Alptraum für Eddie und seine Physiker-Kollegin Lily Sinclair (Rachel Weisz) erst so richtig an.


Rachel Weisz, kann Physik schöner sein?

May the power be with you!

Da Eddie als letzter im Labor war, wird er vom FBI verdächtigt, die Forschungsergebnisse ins Ausland verkauft und anschliessend das Labor selbst zersört zu haben. Nach einer wilden und spektakulären Verfolgungsjagd durch das winterliche Chicago flüchtet er deshalb zusammen mit Lily zu einer Bekannten nach Wisconsin. Hier werden sie aber erneut von der Polizei aufgespürt und plötzlich tauchen da noch zwei Killer auf, die ebenfalls hinter ihnen her sind. Das FBI interessiert sich derweil für Paul Shannon, bei dem nicht ganz sicher ist, auf welcher Seite er nun wirklich steht. Und welche Rolle spielt Earl Collier Lyman (Brian Cox), der Präsident der Moore-Stiftung? Da tappt nicht nur das FBI im Dunklen, sondern auch der Zuschauer und erst nach und nach führen die Spuren zu einem hochgeheimen Forschungslaber der Firma C-Systems in der Nähe von Washington.


Ist Brian Cox hier wohl beim Fundraising?
Ich war von Chain Reaction positiv überrascht und hatte eher einen Dutzend-Krimi erwartet als diese doch etwas ungewöhnliche Geschichte um die Zukunft der menschlichen Energieversorgung. Der Film kann seine Verwandtschaft zu The Fugitive zwar nicht ganz leugnen, bleibt aber doch ein eigener Film mit neuen und überraschenden Elementen. Endlich einmal wird eine Hubbrücke tatsächlich zu einem unüberwindlichen Hindernis und Keanu Reeves muss sich etwas mehr einfallen lassen, um seinen Verfolgern zu entkommen. Auch der wissenschaftliche Hintergrund hat irgendwie Hand und Fuss, kann allerdings mit der Geschichte nicht lange mithalten und die hehre Idee der unerschöpflichen Energiequelle Wasserstoff dient nur als Alibi für die pyrotechnischen Effekte. Dadurch verliert die Geschichte zunehmend an Substanz und wirkt gegen Schluss etwas stark an den Haaren herbeigezogen. Man kann sich schwerlich vorstellen, dass hier noch ein Student und eine Physikerin auf der Flucht vor dem FBI sein sollen. Da wirkt die Rolle von Morgan Freeman um einiges glaubwürdiger. Als Mann im Hintergrund hält er die Fäden in der Hand und es bleibt dem Zuschauer lange Zeit verborgen, auf wessen Seite er eigentlich steht.

Heinz Gnehm

Angaben zum Film

Titel:Chain Reaction
Genre:Actionfilm
Bewertung:*** . .
Länge:106 Minuten
Regie:Andrew Davis
Drehbuch:J. F. Lawton, Michael Bortman
Produktion:Andrew Davis, Arne L. Schmidt
Kamera:Frank Tidy
Musik:Jerry Goldsmith
Besetzung:Keanu Reeves (Speed, Johnny Mnemonic)
Morgan Freeman (Outbreak, Seven)
Rachel Weisz (Stealing Beauty)
Brian Cox (Braveheart, Glimmer Man)
Verleih:Twentieth Century Fox



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