Chasing Amy (1997)

Kevin Smith's dritter Teil seiner New Jersey-Triolgie ist eloquente Liebesgeschichte und Parabel über das Erwachsenwerden zugleich.


von Martin A. Blatter


Holden (Ben Affleck) und Banky (Profi-Skateboarder Jason Lee) leben vom Zeichnen von Comicbüchern. Sie kennen sich seit Jahren und wohnen zusammen in einem stylischen Atelier in einer Kleinstadt. Ihre aktuelle Underground-Comic-Serie «Bluntman and Chronic» (amerikanischer Kifferslang) erfreut sich grösster Beliebtheit. An einer Comictagung in New York lernt Holden die attraktive Alyssa (Joey Lauren Adams) kennen und verliebt sich in sie, ohne zu realisieren, dass Alyssa andere sexuelle Präferenzen hat: Sie bevorzugt gleichgeschlechtliche Beziehungen.


Im Bett funktioniert's nicht

Kann eine platonische Beziehung funktionieren?

Es stellt sich für Holden und Alyssa die Frage, ob eine reine Freundschaft ohne die sexuelle Komponente funktionieren kann. Nicht einmal Banky kann Holden in dieser verzweifelten Situation helfen, da auch er als bester Freund offenbar gewisse Besitzansprüche auf ihn geltend macht. Ein Angebot, aus «Bluntman and Chronic» eine Cartoon-Serie zu machen verstärkt die Konflikte zwischen den beiden Freunden noch zusätzlich. Holden kann sich nicht mit der Vorstellung abfinden, dass seine Underground-Charaktere zu Mainstream-Figuren im Stil von «Beavis and Butthead» verkommen. Auf den Boden der Realität bringt ihn schliesslich die Begegnung mit den «Vorlagen» fuer die Figuren von «Bluntman» und «Chronic», Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith), denen Holden regelmässig Geld rüberschiebt. Er realisiert, dass er seine pubertären Emotionen überwinden muss und über der Sache stehen muss. Welche Konsequenzen er für sein Leben und seine ungewöhnliche Beziehung zu Alyssa zieht, soll hier nicht verraten werden. Nur soviel: Am Schluss sind alle Beteiligten etwas älter und etwas klüger.


Berührungsängste?

Eine Parabel über das Erwachsenwerden

«Chasing Amy» beweist einmal mehr, dass die Stärken von Autor und Regisseur Kevin Smith in erster Linie im Schreiben von Dialogen und weniger im Inszenatorischen liegt. Nach dem Überaschungserfolg «Clerks» und einem kurzen Rückfall in den Pubertätsklamauk mit «Mallrats» ist offenbar auch Smith erwachsen geworden. Die wunderbar ironischen und pseudo-philosophischen «pop-culture»-Dialoge sind zwar oft noch immer genauso frivol, wirken aber reifer und weniger chaotisch. Bei den Darstellern sticht besonders Joey Lauren Adams, Smith's Freundin im richtigen Leben, durch eine souveräne Leistung hervor aber auch Jason Lee hat seit Mallrats einiges an Subtilität zugelegt und spielt deutlich nuancierter.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Chasing Amy (1997)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Smith, Kevin (II)
Drehbuch:Smith, Kevin (II)
Produktion:Hawk, Robert
Mosier, Scott
Tseng, Derrick
Ausf. Prod.:Pierson, John
Kamera:Klein, David (I)
Schnitt:Mosier, Scott
Smith, Kevin (II)
Ausstattung:Holtzman, Robert
Kostüme:Del Coro, Christopher
Besetzung:Adams, Joey Lauren
Affleck, Ben
Affleck, Casey
Damon, Matt
Ewell, Dwight
Goebbel, Alexander
Lee, Carmen
Lee, Jason
Mewes, Jason
Mosier, Kristin
Mosier, Scott
O'Halloran, Brian
Petrick, Paris
Simpkins, Kelli
Smith, Kevin (II)
Smith, Virginia
Suplee, Ethan
Torn, Tony
Turner, Guinevere
Washington, Tse-Mach
Waxman, Rebecca
White, Welker
Willyung, John
Smith, Kevin (II)
 
Länge:113 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby SR
Prod.-firma:View Askew
CH Verleih: Frenetic Film


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