Clandestins (1997)

Denis Chouinard und Nicolas Wadimoff zeigen die harten Tatsachen der Realität von Flüchtenden.


von Mathias Ulrich


Sechs Menschen aus Osteuropa und Afrika sehen keine Zukunft mehr in Frankreich. Alle haben sie Sehnsucht nach einem Neubeginn und hoffen auf ein besseres Leben in Kanada. Sie lassen sich durch einen Schlepper in einen Container einsperren. Doch alle haben sich die Reise anders vorgestellt: Die Reise dauert mehr als eine Woche, und die blinden Passagiere (Clandestins) erleiden Durst und Hunger. Die Stimmung wird immer wie schlechter, je länger die Reise dauert. Sie haben Angst vor dem Zusammenbruch, Angst vor dem Verücktwerden und Angst, entdeckt zu werden und das gelobte Land niemals zu erreichen.


Halima (Hanane Rahman) voller Furcht.

Ein politischer Film

Die jungen Regisseure Denis Chouinard und Nicolas Wadimoff wollen in ihrem Film auf die Problematik der kanadischen Asylpolitik aufmerksam machen. Früher waren die blinden Passagiere von der Schiffsbesatzung einfach den Behörden überstellt worden, die die Illegalen inhaftierten und schliesslich ins Räderwerk der Asylgesetzgebung entliessen. Doch heute muss die Schiffahrtsgesellschaft eine saftige Busse von 5’000 $ für jede Person bezahlen, die durch sie illegal nach Kanada gelangt.


Walid (Moussa Maaskri) nahe dem Wahnsinn.

Fiktive Geschichte mit wahrem Gehalt

„Clandestins“ ist von seinen Machern eindrücklich inszeniert worden. Der grösste Teil der Geschichte findet in einem Schiffscontainer statt. Somit lebt der Film nicht von irrsinnig teuren Special Effects und Explosionen, sondern von den Gefühlen der Flüchtlinge: Angst, Gewalt und Liebe. Der Zuschauer blickt auf eine voyeuristischen Weise in den Container, die uns erlaubt, selbst ein Teil dieser misslichen Situation zu sein. Dies ist vor allem der gewissenhaften Auswahl der Schauspieler zu verdanken. Besonders beindruckte Anton Kouznetsov als egoistischer Russe Roman. Störend am Film sind manchmal die Zusammenschnitte einzelner Szenen, die etwas unbeholfen wirken. „Clandestins“ ist zwar eine fiktive Geschichte, doch die Bilder beeindrucken stark, so dass sich dieses Szenario in Wirklichkeit gerade im jetzigen Zeitpunkt abspielen könnte.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Clandestins (1997)
Land:
Genre:Drama
Bewertung:
 
Regie:Chouinard, Denis
Wadimoff, Nicolas
 
CH Verleih: Rialto Film


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