Courage under Fire

Meg Ryan spielt Krieg, Denzel Washington untersucht es



Courage under Fire ist die erste Big-Budget Hollywoodproduktion, die vom Golfkrieg handelt. Lt. Col. Nathaniel Siering (Denzel Washington) schiesst als Panzerkommandant in den ersten Tagen des Krieges aus Versehen einen Kameraden ab, da er seinen Panzer für einen der Iraki hält. Zurückgekehrt und mit Orden überhäuft arbeitet er in der Pentagon-Abteilung für Ehrungen und Orden. Von seinen Vorgesetzten gedeckt leidet er aber unter seinem schlechten Gewissen und ertränkt dieses im Alkohol und distanziert sich immer mehr von seiner Familie. Unser Ehrenmann wird nun mit einem, vor allem für das Weisse Haus, sehr wichtigen Fall betraut. Capt. Karen Walder (Meg Ryan) soll, posthum, den höchst möglichen Orden, die Medal of Honor, bekommen; als erste Frau überhaupt. Siering soll die Ereignisse untersuchen und einen, natürlich möglichst wohlwollenden, Bericht abfassen. Er trifft aber schnell auf Widersprüche.


Siering stösst mit der Zeit auf drei ziemlich unterschiedliche Beschreibungen der damaligen Ereignisse. Allen gemein ist, dass Karen Walder einen Rettungshelikopter befehligte, der aber beim Versuch eine abgestürzte Blackhawk-Crew zu retten selber abgeschossen wurde. Zwischen den irakischen Linien und der Blackhawk-Crew musste die Einheit eine ganze Nacht überleben, und nur dadurch konnten am nächsten Morgen alle Mitglieder der beiden Crews geborgen werden; bis auf Karen Walder. Die zurückgelassenen Helikopter und Irakis wurden sogleich mit Napalm überschüttet.

Laut der ersten Version soll Karen Walder ein "butch" ("Mannsweib") gewesen sein. Ohne zu zögern und immer entschlossen soll sie auch gefährliche Befehle gegeben und alles riskiert haben. Die zweite Version erzählt von einer hysterischen und ängstlichen Karen Walder, die am liebsten abgehauen wäre. Siering bohrt weiter und bekommt dann schliesslich die Wahrheit zu hören: Die Crew wollte eigentlich abhauen, wollte meutern, aber Walder hat sie in Schach gehalten. Dabei wurde sie aber von einem ihrer Soldaten verwundet. Bei der Rettung wurde sie zurückgelassen und von diesem Soldaten, der später die zweite Version erzählte, als tot gemeldet. Sie kommt im Napalm um.


Zwischendurch taucht noch ein Washington Post Reporter (Scott Glenn) auf, der mehr über Siering´s Fall herausfinden will. Leider kommt er aber nie über seinen Stereotyp hinaus. Am Ende hilft er noch dabei, den Bericht über Siering entlastend zu gestalten, und gestattet ihm somit sich bei der Familie seines Kameraden zu entschuldigen und sein Gewissen zu entlassten. Am Ende kehrt er wieder zu seiner Familie zurück und Karen Walder's Tochter bekommt die Medaille ihrer Mutter umgehängt.


Insgesamt ist der Film ein selbstwichtiger, amerikanisch-patriotischer Streifen, indem zwar sowohl Denzel Washington, als auch Meg Ryan (ausser vielleicht als Mannsweib) recht gut spielen. Sie ist aber trotzdem eine Fehlbesetzung, da sie irgendwie zu perfekt ist und man ihr keine Fehler zutrauen mag. Es wird einem deshalb zu schnell klar, dass sie am Ende doch die Gute ist und den Orden verdient. Patrick Shean Duncan hat nach Mr. Holland's Opus wieder ein Skript geschrieben, dass wohl vorallem für ein amerikanisches Publikum gedacht ist, und man bekommt das Gefühl, als ob es Regisseur Edward Zwick eigentlich um die Alkoholprobleme von Lt. Col. Siering geht, denn irgendwie scheinen die meisten Szenenfolgen auf einen kräftigen Schluck Scotch hinauszulaufen...


Bernhard Seefeld

Angaben zum Film

Titel:Courage under Fire
Bewertung:***½.
Länge:117 Minuten
Regie:Edward Zwick (Legends of the Fall)
Drehbuch:Patrick Shean Duncan (Mr. Holland's Opus)
Produktion:John Davis, David T. Friendly, ..
Besetzung:Denzel Washington (The Pelican Brief)
Meg Ryan (French Kiss)
Verleih:Twentieth Century Fox



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