The Craft

Der Hexenclub

Wie verhext...

Die Faszination des Okkulten ist derzeit besonders bei Jugendlichen im Teenageralter gross. "The Craft" kombiniert, ähnlich wie Brian DePalmas Erfolgsfilm Carrie, Elemente der Teeniekomödie mit Horror-Versatzstücken.

Sarah (Robin Tunney), ein labiles Mädchen im Teenageralter, zieht mit ihren Eltern nach Los Angeles. Kaum im neuen Heim angekommen, einem grossen, verwinkelten und mit Schlingpflanzen überwachsenen Haus, geschehen seltsame Dinge: Ein alter Mann mit einer Schlange taucht plötzlich auf und versetzt Sarah in Angst und Schrecken. Sie beschliesst, sofort in die Schule zu gehen, obwohl sie noch keine Schuluniform für die katholische High School besitzt. Dort fällt sie drei anderen Mädchen auf, allesamt Aussenseiterinnen. Sie nennen sich die "bitches of Eastwick" und brauchen ein viertes Mitglied in ihrem Zirkel, um okkulte Experimente durchführen zu können. Das Trio bemerkt schnell Sarahs spezielle Fähigkeiten und so wird sie zur idealen Kumpanin der Anführerin Nancy (Faizura Balk), einem white-trash-Mädchen aus dem obligaten Trailerpark, der scheuen Bonnie (Neve Campbell), die durch schreckliche Verbrennungsnarben am Rücken gezeichnet ist, und Rochelle (Rachel True), dem einzigen schwarzen Mädchen auf der High School.

Zuerst machen die Experimente Spass und mit der Zeit lernen die vier selbsternannten Hexen, die unheimlichen Kräfte für sich zu nutzen. Nach und nach rächen sie sich auf ihre Art an allen Mitschülerinnen und Mitschülern, die sie bisher geplagt haben. So bekommen der fiese Footballspieler Chris und die arrogante Laura, aber auch der obskure Schlangenmann, der Sarah beim Einzug belästigt hat, ihre Strafe ab. Als Bonnies Narben plötzlich auf wundersame Weise verschwinden und es Nancys gewalttätiger Schwiegervater an einem Herzinfarkt stirbt, nur um Nancy und ihrer Mutter eine hohe Versicherungssumme zu hinterlassen, beginnt die Hexenmagie langsam ausser Kontrolle zu geraten. Nancy kann aber nicht genug davon kriegen. Als nach einer Hexenbeschwörung am Strand und einem Gang übers Wasser dutzende von Walen und Delphinen angeschwemmt werden und qualvoll verenden, deutet Sarah dies als Zeichen, dass die Grenzen der Hexerei überschritten wurden. Sie stellt sich damit gegen die machttrunkene Nancy, die auch vor Mord nicht mehr zurückschreckt. Es kommt zum obligaten Showdown zwischen der ausser Kontrolle geratenen Nancy und der sensiblen Sarah...

The Craft beginnt vielversprechend, endet jedoch etwas enttäuschend als Special Effects-Orgie. Regisseur und Co-Autor Andrew Fleming, der mit der Komödie Threesome vor zwei Jahren einen erstaunlich unverkrampften kleinen Film geschaffen hat, scheint sich bei "The Craft" in den magischen Möglichkeiten der Computergrafik und des Digital Composting so verloren zu haben, dass dabei im zweiten Teil die Dramaturgie auf der Strecke bleibt und die Spannung kaum über längere Zeit aufrechterhalten werden kann. Die schauspielerischen Leistungen der vier jungen Newcomerinnen, allen voran die sinnliche Faizura Balk mit ihren katzenhaften Gesichtszügen, sind jedoch hervorragend und die digitalen Effekte von Sony Imageworks überzeugen. Kamermann Alexander Gruszynski verwendete für "The Craft" fast ausschliesslich ein neuentwickeltes Filmmaterial von Eastman Kodak, das für den attraktiven "verwaschenen" Look sorgte.

Martin A. Blatter

Angaben zum Film

Bewertung: ***..



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