The Crow: City of Angels

«Ich glaube daran, dass es einen Ort gibt, wo die ruhelosen Seelen wandern, beladen mit der Last ihrer eigenen Traurigkeit und auf eine Gelegenheit wartend, Unrecht in Recht zu verkehren. Denn nur dann können sie sich vielleicht wiedervereinen mit jenen, die sie lieben. Manchmal zeigt ihnen eine Krähe den Weg, denn manchmal ist Liebe stärker als der Tod.»



Los Angeles ist zum postapokalyptischen Trümmerfeld verkommen. Ein Fluss trennt das Ende der Welt von dort, wo noch gelebt und geliebt wird. Die Stadt der Engel ist fest in den Händen der Drogenbanden. In dieser trüben Umgebung finden sich jedoch immer noch kleine Inseln der Hoffnung, der Liebe und der Zuneigung.


Während sein Vater Ashe (Vincent Perez) in einem Hinterhof in seiner Garage arbeitet, hört Danny (Eric Acosta) Schüsse und rennt hinaus. Sein Vater eilt ihm nach, um ihn zurückuholen. Zu spät: sie werden Mordzeugen und kurz darauf selbst Mordopfer.

Die Auferstehung

Die inzwischen erwachsene Sarah (Mia Kirshner) sieht im Traum, wie die beiden leblosen Körper im Wasser langsam in die Tiefe gleiten. Sie fährt zum Pier und sieht, wie Ashe aus den Fluten emporsteigt ­ gleich Phoenix aus der Asche. Sie nimmt ihn zu sich mit, wo er in einen Traum versinkt. Als er aufwacht, erklärt sie ihm, er sei von den Toten auferstanden. Völlig verstört stürzt er aus der Wohnung. Die Erinnerung an die vergangene Nacht kehrt langsam zurück und Ashe realisiert, dass er zurückgekehrt ist, die grausame Tat zu rächen. Nun beginnt sein Kreuzzug. Nach und nach mordet er sich die Bandenhierarchie hoch. An jedem Tatort hinterlässt er das Zeichen der Krähe ­ das Wesen, welches die Verbindung zwischen den Toten und den Lebenden herstellt.

Indes wird der Kopf der Bande, der düstere, sadistische Judah (Richard Brooks), von seiner Seherin Sibyl (Tracey Ellis) gewarnt, dass eines seiner Opfer zurückkehren wird. Nur sie kennt die Schwäche von Ashe: Wenn es Judah gelingt, seine Verbindung zwischen dieser Welt und dem Jenseits zu unterbrechen, wird Ashe zu einem normalen Sterblichen. Indes begibt sich Ashe in die Höhle des Löwen, ohne zu wissen, welche Gefahr auf ihn lauert.


Keine simple Fortsetzung

Mit «The Crow II ­ City of Angels» wollten die Macher bewusst keinen Fortsetzungsfilm von «The Crow» drehen. Die Comicvorlage von James O'Barr bietet vielmehr die Möglichkeit, den Einfluss der Krähe in ein andere Umgebung zu versetzen. So wird eine auf den ersten Blick mit Find/Replace hergestellte, weitere Folge eines Kultklassikers bei näherem Hinsehen eine tiefgreifende Geschichte mit viel Symbolismus, beeinflusst von Motiven aus der griechischen Mythologie und literarischen Klassikern wie Dantes «Inferno» und Werken von Edgar Allan Poe. Insbesondere mit Hilfe des Produktionsdesigners Alex McDowell, der schon bei «The Crow» mit von der Partie war, gelang es, eine aussergewöhnliche Welt darzustellen. Während es im ersten Film die Erde war, aus der Eric Draven (Brandon Lee) auferstand, wird diesmal das Wasser zum Leitmotiv. Unterstützt werden diese phantastischen Bilder und durchdachten Schnitte vom Soundtrack. Darauf finden wir von namhaften Vertretern des Alternative Rock wie Nine Inch Nails, Rage Against the Machine und The Cure bis zu Newcomern wie Pet und NY Loose ein breites Spektrum an Bands mit ihren eigenen Klängen. Ein Bonbon ist sicherlich, dass sich darauf 15 neue bzw. bisher unveröffentlichte Songs finden. Nicht umsonst konnte sich der Soundtrack wochenlang in den Billboard Top 200 Charts halten.

Peter Kunz

Angaben zum Film

Titel:The Crow: City of Angels
Genre:Thriller
Bewertung:***½.
Länge:85 Minuten
Regie:Tim Pope
Drehbuch:David S. Goyer
Produktion:Bob Weinstein, Harvey Weinstein, Alessandro Camon
Kamera:Jean Yves Escoffier
Musik:Graeme Revell
Besetzung:Vincent Perez (Gardien de nuit, Cyrano de bergerac, Indochine, Die Bartholomäusnacht, Talk of Angels)
Mia Kirshner (Murder in the First, Anna Karenina)
Richard Brooks (Shakedown, Off Limits)
Iggy Pop (The Color of Money, Cry Baby, Dead Man)
Thomas Jane (Buffy, The Vampire Killer, I'll Love You Forever Tomorrow)
Vincent Castellanos (Carlito's Way, City Hall)
Verleih:Frenetic Film



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