Cutthroat Island

Die Piratenbraut


Vom Regisseur von Cliffhanger und Die Harder, und trotzdem stürzt Carolco in den Abgrund und "stirbt langsam".


Pirates! Zu einem Piratenfilm gehört natürlich ein Schatz. Und selbstredend eine Schatzkarte dazu. Hier ist sie dreiteilig, besteht aus tätowierten Kopfhäuten und einer "Buddel voll Rum" (einem Holzschnitt in einem Fass). An den ersten Teil gelangt die schöne Piratentochter Morgan (Geena Davis, übrigens die Frau des Regisseurs), indem sie ihrem toten Vater "Black Harry" skalpiert. Umgebracht hat sie ihn aber nicht, das war ihr ihr mieser Onkel Dawg, (Frank Langella), der sich dummerweise den zweiten Teil der Karte unter den Enterhaken gerissen hat. (Cuthead Island? :-) )


Morgan kommandiert auf
der Morning Star
Bevor der unermessliche Schatz geborgen werden kann, muss jemand gefunden werden, der die Karte überhaupt lesen kann. Der schlitzohrige Dieb William Shaw (Matthew Modine, Short Cuts) erweist sich als der richtige, er soll jedoch auf dem Sklavenmarkt verkauft werden. So ist eine spektakuläre Befreiungsaktion nötig, nach welcher die halbe Hafenstadt in Schutt und Asche liegt. Einige Fechtkämpfe später hält Morgan Teil 2 der Karte in Händen und kann sich mit dem Schiff Morning Star auf den Weg zur sagenumwobenen Cutthroat Island machen, wo das Gold angeblich liegt.

Morgan und Shaw
Michael Douglas ist frühzeitig von diesem Projekt abgesprungen. Er war für die Rolle des Meisterdiebs vorgesehen, warf aber das Handtuch. Was nicht nur damit zusammenhängt, dass der Part der Regisseursfrau auf Kosten seiner Drehzeit erweitert wurde. Es ist einer der teuersten Filme, blöderweise auch einer, der am wenigsten einspielte. Wird Morgan morgen noch in der Schweiz mit dem Säbel rasseln? In Bern flog der Film nach einer Woche wieder aus dem Programm.

Ohne Meuterei kommt der Film nicht aus, genausowenig darf ein Seesturm oder die erbitterte Seeschlacht fehlen. Und diese sind mit so einer gigantomanischen Kulisse in Szene gesetzt, dass man sich nicht wundern darf, warum das Geld nicht wieder reinkommt. Bei Waterworld ist's noch einmal gutgegangen, Cutthroat Island schlittert dagegen aussichtslos in die Tiefe. Die Zeit der Piratenfilme scheint doch nun wirklich vorbei zu sein. Wer erinnert sich nicht an die epochalen und monumentalen Werke früherer Zeiten? Die roten Korsaren haben ausgepiratet. Das dressierte Aeffchen ist ein grosser Lichtblick in diesem Film. Fazit: Wer atemberaubende Schiffschlachten mag, soll jetzt das Kino entern, denn es wird für die nächsten paar Jahre der letzte Piratenfilm bleiben...


Davis erzwingt noch
mehr Drehbuchänderungen
Angaben zum Film

**½.. Robert Michl
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