Cyclo

Ein Film von Tran Anh Hung

Goldener Löwe Venedig 1995


Ein Rikscha-Fahrer in Vietnam wird in kriminelle Machenschaften verwickelt

Zwei Jahrzehnte nach Ende des Vietnamkrieges steht Ho-Chi-Minh-Stadt, das ehemalige Saigon, am Rande des Chaos. Die Strasse ist der Arbeitsplatz des achtzehnjährigen Cyclo (Le Van Loc). Mit seinem Velo-Taxi ist er von morgens bis abends unterwegs, Teil eines lärmenden Stroms aus Motorrollern, betagten US-Trucks, fabrikneuen Toyota-Limousinen und Rikschas.

Seit Cyclos Vater, selbst Rikscha-Fahrer, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, muss er für die Familie aufkommen, die nur noch aus dem Grossvater und zwei Geschwistern besteht. Er will sie mit harter Arbeit aus der Armut und den Slums führen. Doch seine Welt gerät aus den Fugen, als ihm seine Existenzgrundlage, das Velotaxi gestohlen wird. Weil das Fahrzeug nur gemietet war, sieht er sich plötzlich in die Rolle des Schuldners gedrängt. Die Besitzerin ist die Chefin einer jener kriminellen Banden, die die Stadt untereinander aufgeteilt haben. Sie hat ihn nun in ihrer Hand. Um sie für den Verlust entschädigen zu können, soll Cyclo andere, lohnendere Aufträge übernehmen. Sie übergibt ihm zu diesem Zweck einem Anführer namens "Poet" (Tony Leung Chiu-Wai).

Schnell berauscht sich der junge Mann an den Verlockungen der Unterwelt. Geld und Drogenmissbrauch vernebeln seine Sinne und er träumt davon, sich dem Poeten anzuschliessen, bis er erfährt, dass sich seine ältere Schwester (Tran Mi Yên Keê) in den Bandenführer verliebt hat und sich von ihm an seine perverse Kundschaft verkaufen lässt. Gequält von Selbstvorwürfen verfolgt der Poet die entseztliche Spirale der Gewalt, in die er Cyclo und seine Schwester getrieben hat. Unfähig, seinen zerstörerischen Wahn zu überwinden, wird er selbst Opfer der Gewalt und öffnet so Cyclo und seiner Schwester den Weg für einen möglichen Neuanfang...

Angaben zum Film



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