Deep Rising (1998)

Vollkampf voraus!


von Heinz Gnehm


Was kommt heraus, wenn man die beiden Filme Aliens und Titanic kreuzt? Diese Frage muss sich wohl auch der Autor von Deep Rising gestellt haben, denn er hat ein Drehbuch geschrieben, das bei beiden Filmen Anleihen macht. Man wechselt das Raumschiff durch ein Kreuzfahrtschiff aus, kreiert ein hässliches Monster mit irgendwelchen garstigen Eigenschaften und braucht dann nur noch nach den richtigen Helden Ausschau zu halten. Die sind diesmal besonders leicht zu identifizieren und bereits nach den ersten Szenen ist jedem Zuschauer klar, wer dem Monster als Snack dienen und wer zu den glücklichen Überlebenden gehören wird (hier noch ein kleiner Tip: viele werden es nicht sein!).


Nicht origineller, aber genauso blutrünstig: das Seeungeheuer!

«Ich stelle keine Fragen...»

Dies ist das Motto des Schmugglers Finnegan (Treat Williams), der eine Gruppe bis an die Zähne bewaffneter Söldner zum Luxusdampfer «Argonautica» schippern soll. Eigentlich wollten diese ja den reichbestückten Tresor knacken, müssen aber bald feststellen, dass ihnen jemand zuvorgekommen ist. Nein, es ist nicht die Passagierin und Diamantendiebin Trillian (Famke Janssen), sondern eine Art Seeungeheuer in Schlangenform, das den Luxuskreuzer in kürzester Zeit in ein Geisterschiff verwandelt und am Tresor überhaupt kein Interesse bekundet. Statt also in Geld zu schwimmen, waten sie durch ein Meer von Leichen und müssen aufpassen, nicht selbst Opfer des Monsters zu werden. Irgendwann beginnt das Schiff zu allem Ungemach auch noch zu sinken an und die Lage wird langsam aussichtslos. Naja, so aussichtslos nun auch wieder nicht, ein Film ohne Überlebende wäre doch irgendwie zu deprimierend.


Man schiesst sich halt so durchs Leben!

... der Zuschauer auch nicht!

Gar so deprimierend ist der Film aber eigentlich nicht, die Handlung ist zwar an den Haaren herbeigezogen, aber das spielt eigentlich keine grosse Rolle, da sich der Film selbst nicht allzu ernst nimmt. Es gibt keine pseudowissenschaftlichen Erklärungen wie in The Relic und auch keine unnötige Sentimentalität. Stattdessen erzeugt die Handlung Spannung, das Monster sorgt für den nötigen Nervenkitzel und die Schauspieler wirken inmitten dieses Schreckensszenarios wie ganz normale Menschen, die es mal eben in den falschen Film verschlagen hat. Das fragen sich zeitweise vielleicht auch die Zuschauer, ist doch Originalität sicher kein Hauptmerkmal dieses Films und viele Szenen hat man so oder ähnlich schon in unzähligen anderen Filmen gesehen. Zum Ausgleich dafür sind die Spezialeffekte sehenswert, schade nur, dass das Seemonster etwas konventionell ausgefallen ist. So findet man während des Films vorallem Gefallen an den Schauspielern, die sich einen Ausweg aus diesem Inferno bahnen müssen und dabei ihren Humor nicht ganz verlieren. Wahrscheinlich wissen auch sie bereits, wer von ihnen zu den Überlebenden gehören wird...!



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Deep Rising (1998)
Land:USA
Genre:Actionfilm
Bewertung:
 
Regie:Stephen Sommers
Drehbuch:Stephen Sommers
Produktion:John Baldecchi

Howard Ellis

Laurence Mark
Ausf. Prod.:Barry Bernardi
Kamera:Howard Atherton
Schnitt:Bob Ducsay

John Wright (II)
Musik:Jerry Goldsmith
Ausstattung:Holger Gross
Kostüme:Joseph A. Porro
Besetzung:Cliff Curtis
Clint Curtis
Una Damon
Jason Flemyng
Trevor Goddard
Anthony Heald
Djimon Hounsou
Famke Janssen
Derrick O'Connor
Kevin J. O'Connor
Clifton Powell
Wes Studi
Treat Williams
 
Länge:100 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Walt Disney Productions (aka Walt Disney Pictures)

Calamari Pictures

Hollywood Pictures
CH Verleih: Elite Film


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