Dolores

"Manchmal kann ein mysteriöser Unfall der beste Freund einer Frau sein"


Eine alte Frau im Rollstuhl (Judy Parfitt) streitet sich mit einer stämmigen Haushälterin (Kathy Bates). Plötzlich fällt die alte Frau die Treppe hinunter. Die Haushälterin läuft in die Küche, greift sich ein Nudelholz und holt aus, um die alte Frau zu erschlagen. Doch da kommt der Postbote und ertappt sie in flagranti.

In der Redaktion in New York erreicht ein Fax Selena St. George (Jennifer Jason Leigh), das ihr mitteilt, dass ihre Mutter Dolores des Mordes angeklagt sei. Sie fährt sofort nach Little Tall Island, Maine, um nach ihrer Mutter zu sehen, mit der sie schon seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr hatte.

Der alternde Inspektor John Mackey (Christopher Plummer) arbeitet wiederum an einem Fall , in den Dolores Claiborne involviert ist. Schon vor 20 Jahren hatte er vergeblich versucht, sie des Mordes an ihrem tyrannischen Ehemann Joe (David Strathairn) zu überführen. Nun will er die erneute Chance wahrnehmen, Dolores zumindest für den Mord an Vera Donovan zu verurteilen.

Doch Dolores behauptet, es sei ein Unfall gewesen. Es fällt dem Zuschauer natürlich schwer, der Kathy Bates, die schon in Misery ihr Können bewies, die Geschichte ihrer Unschuld abzunehmen. Tochter Selena, die sich seit dem Tod ihres Vaters von der Mutter distanziert hatte, fällt die Wahrheitssuche schwer. Sie sucht den Dialog zur Mutter, aber sie zanken sich immer wieder. Aber sie versucht verzweifelt, ihre Mutter im Kampf gegen Mackey zu unterstützen, doch diese ist demgegenüber eher gleichgültig.

Die farbigen Rückblenden ermöglichen dem Zuschauer einen Einblick in die Vergangenheit der Familie St. John und stehen im starken Kontrast zum "Gegenwarts"-Winter in kaltem blau. Wir erfahren auch näheres über das Verhältnis der tyrannischen Vera zu Dolores, das zeitweise fast in Fürsorge ausartet. Der Zuschauer durchläuft verschiedene Gefühlsschwankungen und wird zum Richter in einem Indizienprozess, der am Schluss glücklicherwiese doch noch geschickt aufgelöst wird.

Bewertung: 5.5/6

Peter Kunz

Angaben zum Film



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