Executive Decision

"Einsame Entscheidung"


Airport 1996
Verkehrsflugzeuge im Film sind immer spannend. Das unheimliche Gefühl, in einer Aluminiumröhre in einen engen Sitz eingezwängt den Naturgewalten, dem betrunkenen Kapitän, einem Entführer oder einem sonstigen Verrückten ausgeliefert zu sein, lässt niemanden kalt. Diese Tatsache haben sich schon die Produzenten der Airport-Serie und der zahlreichen Nachfolgefilme zunutze gemacht. Fanatische arabische Terroristen sind genauso spannend: Die dumpfe Angst, vielleicht irgendwann als unbeteiligter Passant Opfer eines Terroranschlages irgendwelcher religiöser oder politischer Fanatiker zu werden, sitzt genauso tief im Nacken. Für Erfolgsproduzent Joel Silver (Lethal Weapon) war mit dieser Erkenntnis wohl die Idee zu seinem neuesten Action-Knaller geboren. Noch schnell etwas Giftgas in die Story eingebaut und schon haben wir eine explosive Mixtur aus den unheimlichsten Bedrohungen der Menschheit.

In Executive Decision entführt ein Terroristenführer aus dem nahen Osten (David Suchet) mit seinen Mannen einen Jumbo Jet auf dem Flug von Athen nach Washington. Vordergründiges Ziel ist es, die 400 amerikanischen Geiseln an Bord der Maschine gegen den in England inhaftierten Terroristenführer einzutauschen. Doch der Terrorismusexperte im Pentagon, David Grant (Kurt Russell), vermutet, dass der skrupellose Entführer Nagi Hassan noch ein ganz anderes Ziel hat: Er will Washington mit einer Ladung des Nervengases DZ-5 beglücken. Der Krisenstab des Präsidenten steht nun vor dem Problem, ob man die 747 in Washington landen lassen soll und so tausende von Menschenleben auf Spiel setzt, oder ob man die Maschine mit 400 Passagieren an Bord abschiessen soll, bevor sie den amerikanischen Luftraum erreicht.

Doch die U.S. Air Force hält eine Geheimwaffe bereit, mit der die Terroristen nicht gerechnet haben: Ein Experimentalflugzeug, das an andere Flugzeuge andocken kann. So gelangt Grant mit einigen Soldaten unter der Führung von Oberst Travis (Steven Seagal) unbemerkt an Bord des Jumbos. Doch als beim Andocken plötzlich eine Turbulenz auftaucht, verliert der Pilot die Kontrolle über das Experimentalflugzeug, bevor das ganze Team in die 747 gelangen kann. Ohne Kommunikation mit der Aussenwelt und führerlos müssen nun die übriggebliebenen Soldaten und Grant in den beengten Verhältnissen eines Flugzeugrumpfes versuchen, die Nervengas-Bombe zu entschärfen. Erschwerend kommt noch dazu, dass der Krisenstab in der Annahme, dass die Andockung misslungen ist, beschliesst, die Maschine abzuschiessen...

Executive Decision zementiert die klassischen Stereotypen des amerikanischen Actionfilms: böse arabische Terroristen auf der einen Seite, heldenhafte amerikanische Staatsdiener auf der anderen Seite. Abgesehen davon bietet der Film zwar alle Elemente eines erfolgreichen Actionstreifens, ist aber zu lang geraten. Die Spannungshöhepunkte sind eher dünn gesät. Den grössten Teil der Zeit schneidet Regisseur Stuart Baird zwischen Aufnahmen aus dem Flugzeugrumpf und dem Sitzungszimmer des Krisenstabs hin und her. Mit der Zeit wirken die immer gleiche Einstellungen ermüdend und monoton. Baird hätte sich besser Roger Cormans berühmte "keep the eyeball entertained"-Regel zu Herzen nehmen sollen. Die Spezialeffekte sind hingegen hervorragend gelungen und auch die stimmungsvollen Flugaufnahmen bringen etwas Abwechslung in den Film.

Angaben zum Film

Bewertung: *



Copyright © 1996 Warner Bros. (Bilder)
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