Face (1997)

Früher kämpfte Ray bei Demonstrationen gegen soziale Misstände. Doch die Zeiten haben sich geändert.


von Thomas Hunziker


Heute ist Ray (Robert Carlyle) ein «face», eine in kriminellen Kreisen bekannte Person. Die Vergangenheit beschäftigt ihn aber immer noch, schliesslich sind seine Freundin und seine Mutter weiterhin im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit engagiert. Ray plant mittlerweile einen Überfall auf ein Gelddepot, der ihm und seinen vier Geschäftspartnern genug Geld einbringen soll, dass sie sich zur Ruhe setzen können. Der Überfall verläuft beinahe tadellos, als die Gangster dann in ihrem Versteck das Geld zählen, müssen sie allerdings feststellen, dass ihre Beute geringer ist, als sie erwartet hatten. Verbittert trennen sich die Bandenmitglieder, um jeder für sich, seinen Anteil zu verstecken. Bis sie am nächsten Morgen eine böse Überraschung erwartet.


Der minuziös geplante Überfall...

Der Verräter in den eigenen Reihen

Einem der Gangster wurde das Geld bei einem Überfall entwendet. Der Bewohner des Hauses, bei dem Ray und ein weiteres Bandenmitglied ihren Anteil unterbrachten, wird ermordet aufgefunden, das Geld ist verschwunden. Auch die beiden restlichen Partner wurden um ihren Teil der Beute erleichtert. Ray versucht herauszufinden, wer die Ratte ist, und muss dabei aufpassen, dass er nicht von der Polizei geschnappt wird. Face enthält alle Zutaten, die britische Filme hierzulande so beliebt machen; eine gefühlvolle, spannende Story, fabelhafte, zum grössten Teil wenig bekannte Schauspieler und eine realitätsnahe Inszenierung. Auch in Sachen Action kann Face mit der Konkurrenz aus Hollywood mithalten; sowohl der Überfall, als auch eine später folgende Auseinandersetzung mit der Polizei setzte Regisseurin Antonia Bird atemberaubend in Szene. Einzig mit Rays ständig wiederkehrenden Erinnerungen an die Vergangenheit werden die Zuschauer stärker malträtiert als Ray selbst.


...und die ernüchternde Bilanz danach.

Rückkehr nach England

Antonia Bird inszenierte mit Face ihren dritten Kinofilm, und kehrt damit an den Schauplatz ihres erfolgreichen BBC- Films Safe zurück. Ihre auf Safe folgende Regiearbeit bei Priest bescherte ihr internationalen Ruhm, was auch zu einem Engagement in den USA führte. Mad Love mit Drew Barrymore floppte allerdings an den Kinokassen, was Birds Karriere nicht gerade zuträglich war, dem britischen Kino nun jedoch einen weiteren Leckerbissen beschert. Zur Zeit ist Bird sowohl an zwei US-Projekten, eines davon mit Richard Gere, als auch an zwei BBC-Produktionen beschäftigt. Unterdessen lässt sich Robert Carlyle, der «neue» Star aus Grossbritannien, ebenso wenig auf ein bestimmtes Genre einschränken wie Antonia Bird. Nach seinen Erfolgen als Gewalttätiger in Trainspotting und Arbeitsloser in The Full Monty verkörpert er nun überzeugend (wie denn sonst!) den von Gewissensbissen geplagten Verbrecher Ray. Auf sein US-Debut wird, bei den Rollen, die er in England angeboten erhält, wahrscheinlich noch ein Weilchen zu warten sein.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Face (1997)
Land:Grossbritannien
Genre:Krimi
Bewertung:
 
Regie:Antonia Bird
Drehbuch:Ronan Bennett
Produktion:Elinor Day
Helena Spring
David M. Thompson
Koproduktion:Paul Tivers
Ausf. Prod.:Anant Singh
Kamera:Fred Tammes
Schnitt:St. John O'Rorke
Musik:Paul Conboy
Adrian Corker
Andy Roberts (I)
Ausstattung:Chris Townsend (I)
Kostüme:Jill Taylor
Besetzung:Damon Albarn
Shireen Anwar
Leon Black
David Boateng
Frank Boyce
Robert Carlyle (I)
Gerry Conlon
Philip Davis (I)
Jan Denman
Hazel Douglas
Robert Elms
Peter Ferdinando
Kay Harrison
Lena Headey
Kit Jackson
Sue Johnston
Elaine Lordan
Peter Lovstrom
Suresh Maru
Della McCrae
Natalie Morse
Eddie Nestor
Dick Powell (III)
Bill Spenser
Steve Sweeney
Kim Taylforth
Andrew Tiernan
Christine Tremarco
Peter Vaughan
Steven Waddington
Giles Ward
Arthur Whybrow
Ray Winstone
 
Länge:110 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby
Prod.-firma:British Broadcasting Corporation (BBC) [uk]
Daigoro Face Productions Ltd
Distant Horizons
CH Verleih: Frenetic Film


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