Fear and Loathing in Las Vegas (1998)

Die Wüstenstadt lebt.


von Flavia Giorgetta


Der Journalist Raoul Duke (Johnny Depp) und sein Anwalt Dr. Gonzo (Benicio del Toro) geraten 1971 während ihrem Trip durch die Wüste immer mehr auf einen Drogentrip. Der Weg von Los Angeles nach Las Vegas ist mit einem wohlstaffierten Drogenkoffer gepflastert, dessen Inhalt aufzuzählen wohl den Platz sprengen würde. Als beide schliesslich zugedröhnt im höllischen Spielparadies ankommen, wandern Teppichmuster die Wände hoch und verwandeln sich Barflies in Reptilien. Das vorgegebene Ziel ist, über ein äusserst staubiges Motorradrennen zu berichten, das eigentliche jedoch, die Horrortrips zu überleben, um danach immer neue Substanzen kosten zu können. Mit seinen kitschigen Casinos und bizarren Bühnenshows bildet Vegas eine ideale Kulisse, in der Halluzination und Realität nicht bloss für die beiden Protagonisten schwer zu unterscheiden sind. Angst und Abscheu vermischen sich, und kein Trip hilft gegen die Ernüchterung. Der American Dream wird zum grellen Abziehbild, was Duke und Gonzo jedoch nicht erkennen, da sie zugedröhnt sich selbst perfekt darin einfügen.


Las Vegas, ein Ort wo jede Droge ihre Bestimmung findet.

Im Gleichgewicht

Der Gefahr, einen weiteren langweiligen Drogenfilm zu drehen, ist Terry Gilliam nicht erlegen. Weder verherrlichend noch moralisierend verfilmt er die teils autobiografische Geschichte von Hunter S. Thompson aus der nötigen zeitlichen Distanz. Special effects wirken für die imaginären Szenen zweckgemäss und können das Gefühl eines Horrortrips wenigstens teilweise aufs Publikum übertragen. Dabei bleibt Gilliam stets erfrischend ironisch und so bleibt die nötige Balance zwischen Sympathie für die beiden Abhängigen und Distanz zu ihnen gewahrt, was den teils guten, teils schlechten Drogeneffekten gerecht wird. Del Toro und Depp scheinen so sehr in ihrer Rolle aufzugehen, dass man sich fragt, ob sie während des Drehs zwecks besserem method acting mit gewissen illegalen Stoffen versorgt worden sind. Zumindest dürfte Johnny Depp sich gefreut haben, gar zwei Hotelzimmer komplett verwüsten zu dürfen, ohne mit negativen Folgen rechnen zu müssen.



Interview mit Terry Gilliam

Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Fear and Loathing in Las Vegas (1998)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Terry Gilliam
Drehbuch:Hunter S. Thompson
Terry Gilliam
Tony Grisoni
Tod Davies
Alex Cox
Produktion:Patrick Cassavetti
John Jergens
Laila Nabulsi
Stephen Nemeth
Koproduktion:Elliot Lewis Rosenblatt
Ausf. Prod.:Harold Bronson
Richard Foos
Kamera:Nicola Pecorini
Schnitt:Lesley Walker
Musik:Ray Cooper (II)
Michael Kamen
Ausstattung:Alex McDowell
Kostüme:Julie Weiss
Besetzung:Ellen Barkin
Craig Bierko
Gary Busey
Benicio Del Toro
Johnny Depp
Cameron Diaz
Flea
Mark Harmon
Katherine Helmond
Michael Jeter
Penn Jillette
Lyle Lovett
Walt G. Ludwig
Tobey Maguire
Tane McClure
Christina Ricci
Harry Dean Stanton
Tim Thomerson
Michael Warwick
Ray Cooper (II)
 
Länge:118 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Rhino Films
Universal Pictures
CH Verleih: Elite Film


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