Fifth Element, The (1997)

Mit 16 Jahren entwarf klein Luc Besson ein Science Fiction-Märchen, das er nun, mehr als 20 Jahre später, mit einem Rekordbudget verfilmt hat.


von Sven Schwyn - Web


Alle 5000 Jahre wird das Universum von einer Feuerkugel, dem geballten Bösen schlechthin, heimgesucht. Seine Mission, die totale Vernichtung allen Lebens, können nur die fünf Elemente stoppen. Vier davon sind aus Stein, das fünfte dagegen heisst Leeloo (Milla Jovovich), hat rote Haare und hüpft nach ihrer Wiederauferstehung im Genkopierer minimal bekleidet über die Leinwand ­ und mitten in Korben Dallas' (Bruce Willis) Raketentaxi. Wir sind im New York anno domini 2259.



Unterhaltung pur

Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und alle Bösen dieser und anderer Welten; Zorg (Gary Oldman) und seine Söldner etwa. Aber auch die explizit dümmlichen Militärs und die Polizei, präsent an jeder Ecke, torpedieren immer wieder eine reibungslose Rettung des Universums, die nach unzähligen Schiessereien und Verfolgungsjagten schliesslich doch gelingt.

Luc Besson wollte von Anfang an einen reinen Unterhaltungsfilm drehen. Das ist ihm über weite Teile gelungen, wenn der Prolog auch lahmt und der Schluss viel besser in einen 007 gepasst hätte. Doch dazwischen bekommt das Kinopublikum eine rasante und perfekt gestylte Zukunftskomödie zu sehen, die wiederholt andere Filme, im Speziellen die «Star Wars»-Saga, persifliert. So kommt die Frisur von Major Iceborg, Korbens Missionspartnerin wenn es nach den Militärs ginge, nicht von ungefähr, vielmehr von Pincess Leia. Und die Söldner des Bösen sind dem Ober-Jedi Yoda wie aus dem Gesicht geschnitten, vielleicht einmal abgesehen davon, dass ihnen dessen gütiges Lächeln völlig abgeht.



Perfektes Design

Der ausgesprochen internationalen Besetzung wurde viel abverlangt. Bruce Willis ist es aus Filmen wie «12 Monkeys» ja mittlerweile gewohnt, mit Schrammen und Beulen durch den Film zu humpeln. Dagegen musste die aus der Ukraine stammende Milla Jovovich für die Rolle des Überwesens Leeloo 400 Wörter aus dem Vokabular einer fiktiven Sprache lernen. Hinreissend mimen Gary Oldman den Bösewicht Zorg mit jener schon fast wieder liebenswerten Mischung aus Monster und verspieltem Kind, und Chris Tucker den post-postmodernen Radio-Androgynen Ruby Rhod, der genau so gut TAFKAP heissen könnte.

Doch das wirkliche Highlight des Films ist sein aufwendiges Production Design. Dan Weils Bauten ergänzt mit den Effekten aus dem Hause Digital Domain erzeugen eine schillernde Atmosphäre, wenn auch die Musik den Sprung ins 23. Jahrhundert nicht geschafft hat. Dafür machen allein schon die von Jean-Paul Gaultier geschneiderten Kostüme den Film sehenswert. Luc Besson hat bei der Verwirklichung seines Kindheitstraums nicht gerade gespart. Mit rund 90 Mio. US$ ist «Le Cinquième Elément» die bisher teuerste französische Produktion überhaupt. Doch das Geld scheint gut angelegt zu sein, schoss der Streifen in Frankreich, Kanada und den USA auf Anhieb in die Pole Position der Kinocharts.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Fifth Element, The (1997)
Land:Frankreich
Genre:Science Fiction
Bewertung:
 
Regie:Besson, Luc
Drehbuch:Besson, Luc
Kamen, Robert Mark
Produktion:Ledoux, Patrice
Koproduktion:Smith, Iain
Kamera:Arbogast, Thierry
Schnitt:Landra, Sylvie
Musik:Serra, Eric
Ausstattung:Weil, Dan
Kostüme:Gaultier, Jean-Paul
Besetzung:Brosh, Nina 'Vic'
Garza, Yolanda
Holm, Ian
Jovovich, Milla
Oldman, Gary
Willis, Bruce
Evans, Lee
James, Brion
Perry, Luke
Reno, Jean
Tucker, Chris (I)
 
Länge:127 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:SDDS
Prod.-firma:Gaumont
Columbia Pictures
CH Verleih: Monopole Pathé Films


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