Flamenco

von
Carlos Saura
Kamera Vittorio Storaro


Mitwirkende: Paco de Lucia, Manolo Sanlucar, Enrique Morente,
Joaquin Cortes, José Menese, Matilde Coral, Carmen Linares, Lole y Manuel,
Mario Maya, Merche Esmeralda, José Merce u.v.a.

Ein absolutes MUSS für alle, die Flamenco oder die spanische Musik lieben. Dies ist ein Film ohne Handlung und ohne Dialog. In 20 Bildern wird Flamenco pur von weltbekannten Musikern und Tänzern in all seinen Formen und Stilrichtungen präsentiert. Auch wer nicht den Unterschied zwischen Bulerias, Alegrias, Farrucas, Fandangos, Soleas usw. kennt, wird fasziniert von der Virtuosität der Tänzerinnen und Tänzer, der mitreissenden Musik und den stimmungsvollen Bildern.

Kurzinhalt

Mit FLAMENCO knüpft Carlos Saura an seine Trilogie "Bodas de sangre", "Carmen" und "El amor brujo" (1981-1986) sowie an den Film "Sevillanas" (1992) an. Der spanische Regisseur vermittelt mit FLAMENCO ein facettenreiches Bild der ebenso schillernden wie melancholischen Musik-, Gesangs- und Tanztradition seiner Heimat.

Als Drehort diente ein alter Bahnhof an der Plaza de Arma in Sevilla. In dieser Umgebung kreierten Carlos Saura, Vittorio Storaro (Kamera) und Rafael Palermo (Ausstattung) eine magisch-minimalistische Welt des Flamenco, dessen Eckpfeiler aus Gesang (cante), Gitarrenspiel (toque) und Tanz (baile) bestehen. Über 300 Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Mikrokosmos aus Farbe, Licht und Schattenauftreten, vermitteln durch ihre Darbietungen einen Eindruck der erstaunlichen Vielfalt und Vitalität der Flamenco-Tradition, wie sie dank sorgfältiger Überlieferung der Volkskultur heute noch in Spanien gepflegt wird.

Grosse Namen wie Paco de Lucia, Manolo Sanlucar, Lole y Manuel und Joaquin Cortes oder aber Carmen Linares, Matilde Coral, Moneo, El Torta oder Fernando de la Morena - sie alle sind emblematisch für eine Zeit und einen Vorführungsstil. Flamenco, eine der wandlungsfähigsten und versöhnlichsten Künste aller Zeiten, vereinigt klassische wie auch avantgardistische Ausrichtungen und bietet allen Strömungen genügend Platz, sich zu entfalten.

Zur Tradition des Flamenco

Die Kunst des Flamenco, wie wir sie heute kennen, begann sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu entwickeln - obwohl es Nachweise gibt, die darauf schliessen lassen, dass Urformen bereits schon viel früher in aller Stille unter den Fahrenden im Süden Andalusiens gepflegt wurden. Es dauerte jedoch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, bis der Flamenco aus der halb-heimlichen Häuslichkeit heraustrat und erstmals auf einer öffentlichen Bühne vorgeführt wurde.

Die Entstehungsgeschichte des Flamenco ist eng verbunden mit einer Vielzahl von musikalischen Einflüssen. Flamenco entwickelte sich aus einer ganzen Reihe verschiedener musikalischer Vermächtnisse, die auf das geschichtlich bedingte Kulturgemisch in Andalusien zurückzuführen sind: hinduistische und griechische Psalme, gregorianische Gesänge, persische Melodien, mozarabische Klagelieder, jüdische Wehklagen, maurische Lieder, kastillische Romanzen, afrikanische Sonnentänze...

Im Verlauf der Jahre verschmolzen diese Fremdeinflüsse mit dem in Andalusien beheimateten typisch andalusischen Rhythmus und brachten eine neue musikalische Struktur hervor, die als Flamenco bekannt wurde. Die schrittweise Veränderung der Stile ist des weiteren eine Folge der unerschöpflichen Möglichkeiten für Erneuerungen und Innovationen innerhalb des Flamenco Genres, das sich den kreativen Kräften der einzelnen Künstlern optimal anpasst und das sich dadurch zu einer der bemerkenswertesten Formen populärer Musik in Westeuropa entwikkelt hat.

J. M. Caballero Bonalde

Angaben zum Film



Copyright © 1996 Frenetic Films (Bilder)
Copyright © 1996 CineNet (Text)