G.I. Jane (1997)

Failure is not an option!


von Heinz Gnehm


Versagen ist keine Alternative! Vorallem nicht für Demi Moore in der Rolle von Lt. Jordan O'Neil, die als erste Frau in der amerikanischen Elitetruppe Navy SEALS um die zukünftige Zulassung von Frauen in allen Bereichen der Armee kämpfen soll. Sorgfältig ausgewählt von der ehrgeizigen Senatorin Lillian DeHaven (Anne Bancroft) wird Ihr Einsatz nicht nur von den Militärs kritisch beobachtet und ein Scheitern ihrer Ausbildung würde all denen recht geben, die glauben, dass Frauen im Militär halt eben doch nichts verloren haben.


Starke Frauen und ...

Eine Frau steht ihren Mann

Der Ausbilder, Master Chief John Urgayle (Viggo Mortensen) zumindest ist von der weiblichen Rekrutin nicht sonderlich angetan und legt ihr mehrmals nahe, mit dem Training doch aufzuhören und freiwillig aus der Truppe auszuscheiden. O'Neil denkt aber nicht im Traum daran und treibt im Gegenteil ihre Integration bis zum Äussersten, die Haare kurz geschnitten zieht sie in die Männerbaracke um und verzichtet fortan auf alle Privilegien, die ihr als Frau zustehen würden. Erst Gerüchte um eine angebliche Affäre mit einer anderen Soldatin können ihre Ausbildung vorübergehend unterbrechen, doch schon bald steht sie wieder vor den Toren der Kaserne und macht verbissen weiter. Die wahre Bewährungsprobe steht der Truppe aber noch bevor und plötzlich wird aus der geplanten Abschlussübung ein Kampf auf Leben und Tod.


... starke Männer

Ein starker Regisseur

Zugegeben, etwas perplex war ich nach dem Abspann von «G.I. Jane» schon. Erwartet hatte ich eigentlich einen Propagandafilm nicht unähnlich dem Golfkriegsdrama «Courage under Fire» mit Meg Ryan sowie Denzel Washington und stattdessen bekam ich einen interessanten und spannenden Film zu Gesicht. So vieles hätte hier schiefgehen können und es ist erstaunlich, wie souverän Regisseur Ridley Scott die heiklen Zutaten wie Patriotismus, Gleichberechtigung der Frauen und Heldentum in der Armee zu einem differenzierten und mitreissenden Film zusammenmischt. Keine schablonenartige Einteilung in Gut und Böse, keine Klischees die solange breitgetreten werden, bis sie langweilig geworden sind. Stattdessen werden die Rollen überzeugend und gekonnt dargestellt und man beginnt als Zuschauer zu verstehen, warum die Senatorin nicht nur ehrenhafte Ziele verfolgt, warum der Master Chief seine Rekruten bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit hetzt und weshalb Lt. Jordan O'Neil all dies bis zum Ende durchstehen will. Der starke Schluss schliesslich liess mich meine negativen Vorurteile endgültig revidieren und zur Überzeugung gelangen, einen wirklich guten Film gesehen zu haben.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:G.I. Jane (1997)
Land:USA
Genre:Actionfilm
Bewertung:
 
Regie:Scott, Ridley
Drehbuch:Alexandra, Danielle
Twohy, David N.
Produktion:Birnbaum, Roger
Lewis, Diane Minter
McBride, Tim
Moore, Demi
Needham, Terry
Todd, Suzanne
Koproduktion:Wooll, Nigel
Ausf. Prod.:Alexandra, Danielle
Bergman Sender, Julie
Zarpas, Chris
Kamera:Johnson, Hugh
Schnitt:Scalia, Pietro
Musik:Jones, Trevor (I)
Ausstattung:Max, Arthur
Kostüme:Vance-Straker, Marilyn
Besetzung:Bancroft, Anne
Beghe, Jason
Caviezel, James
Chestnut, Morris
Hopkins, Josh
Jenney, Lucinda
Moore, Demi
Mortensen, Viggo
Wilson, Scott
 
Länge:124 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby SR-D
Prod.-firma:Hollywood Pictures
CH Verleih: Buena Vista


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