Game, The (1997)

Für die Reise in eine virtuelle Welt braucht es nicht unbedingt Cyberklamotten und Computer. Dass es auch ohne geht, beweist Regisseur David Fincher mit seinem neusten Thriller The Game, für den er die Grenze zwischen Spiel und Realität geschickt verwischt.


von Sven Schwyn - Web


Festgefahren im Alltagstrott fristet der milionenschwere Investor Nicholas Van Orton (Michael Douglas) seinen 48. Geburtstag zwischen den Börsennews und ein paar hoffnungslosen, wenn auch gut gemeinten Glückwünschen seiner Ex-Frau (Anna Katerina). Auf dem Gipfel seiner Karriere angelangt, plagen ihn Erinnerungen an den Selbstmord seines Vaters, nagen Selbstzweifel am Ego des ansonsten so knallharten Geschäftsmannes. Auch Bruderherz Conrad (Sean Penn) ist die verspätete Midlife Crisis nicht entgangen. Sein Geburtstagsgeschenk soll dem Abhilfe schaffen.



Die edel in Gold gefasste Karte der Consumer Recreation Services, kurz: CRS, verspricht nicht weniger als das Paradies. Massgeschneiderte Rollenspiele sollen einen Hauch Abenteuer in das Leben der gelangweilten Superverdienenden bringen. Wie diese denn genau aussehen, kann Van Orton freilich auch nach dem mehrstündigen Anmeldeprozedere nicht sagen. Doch The Game hat längst seine Neugierde geweckt ­ und es hat längst begonnen.

Was zunächst noch ganz harmlos aussieht, entwickelt sich bald schon zu einem perfiden Versteckspiel mit dunkelsten Gestalten und mysteriösen Zwischenfällen. Indes verliert Van Orton langsam aber sicher die Geduld: «I'm being toyed with by a bunch of depraved children.» Viel zu spät realisiert er, dass in diesem Spiel scharf geschossen wird. Seiner Millionen beraubt, verlumpt und nach Mexiko verschleppt, hat Van Orton nur noch ein Ziel: Die Drahtzieher dieses Komplotts zu enttarnen. Dabei macht er eine erstaunliche Entdeckung.



Temporeiches Versteckspiel

Nach dem Absturz der Weltraum-Schlummernummer Alien 3 weiss kaum jemand besser als Regisseur David Fincher, was es für einen erfolgreichen Thriller braucht: Tempo. Mit Se7en hat er das drei Jahre später eindrücklich bewiesen und doppelt jetzt mit The Game nach. Dabei hatte auch dieses Mal der Se7en-Autor Andrew Kevin Walker seine Feder mit im Spiel, wenn dies auch im Abspann unterschlagen wird.

Die Rolle des arroganten Millionenjongleurs steht Michael Douglas erstaunlich gut, etwa wenn er auf eine derart trockene Art über seinen Filmsohn Sean Penn herzieht, dass man es um ein Haar überhören könnte. In einer kürzlich von der britischen Zeitschrift Empire erstellten Liste der 100 besten Filmstars aller Zeiten plazierte sich der ergrauende Douglas auf Rang 74 ­ gerade zwei Plätze vor Sean Penn. Nicht unverdient, davon kann man sich in The Game überzeugen lassen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Game, The (1997)
Land:USA
Genre:Thriller
Bewertung:
 
Regie:Fincher, David
Drehbuch:Brancato, John D.
Ferris, Michael (III)
(nach einer Vorlage von Walker, Andrew Kevin)
Produktion:Chaffin, Cean
Golin, Steve
Ausf. Prod.:Mostow, Jonathan
Kamera:Savides, Harris
Schnitt:Haygood, Jim
Musik:Shore, Howard
Kostüme:Kaplan, Michael
Besetzung:Douglas, Michael
Monroe, Jarion
Penn, Sean
Rebhorn, James
Unger, Deborah
 
Länge:128 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby SR-D
Prod.-firma:Douglas/Reuther
Polygram
CH Verleih: Elite Film


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