Get Shorty

Wieder mal Lust auf eine Komödie mit kriminellem Touch? Wieder mal Lust auf Stars, Sternchen und Ganoven? Wieder mal? Bitte...



Nach dem sprichwörtlich überraschenden Tod seines Bosses Momo soll der Geldeintreiber Chili Palmer (John Travolta) für seinen Unfreund Ray "Bones" Barboni (Dennis Farina) arbeiten. Diese haarsträubende Aussicht treibt ihn nach Los Angeles.


"What's the point of living in LA ..."

Doch anstatt dort die Spielschulden des drittklassigen Produzenten Harry Zimm (Gene Hackman) einzutreiben, beginnen die beiden Filmpläne zu schmieden: "Mr. Lovejoy", ein Script, das Zimm aus seinem Schattendasein als Produzent hieven soll. Aber Chili denkt viel mehr an die Verfilmung seines Lebens und besorgt auch gleich das Startkapital indem er den Versicherungsbetrüger Leo (David Paymer) "betreibt". Ausserdem beginnt eine Romanze zwischen der Schauspielerin und zimmschen Bald-Ex-Geliebten Karen Flores (Rene Russo), die sich für Chilis autobiographische Filmidee zu begeistern anfängt.

Die Schöne und der Gauner: Travolta, Russo
Nun wäre es einigermassen einfallslos, träte nicht noch ein böser Dritter in Gestalt des Drogen-Hais Bo Catlett (Delroy Lindo) aufs Parkett. Er stimmt in das kriminelle Produzenten-Chörchen ein, will mit Zimm den Liebesjungen finanzieren und zwar mit Drogengeld, das nach einem einseitig geplatzen Deal in einem Flughafenschliessfach dahinmodert.

Während Zimm öfter mal die Fronten wechselt, gelingt es Karen und Chili die Leinwandberühmtheit Martin Weir (Danny DeVito) für das Projekt zu gewinnen, das nach Catletts Ableben schliesslich realisiert wird. Und zu guter Letzt findet auch Bones noch sein monetäres Glück - beinahe jedenfalls.


Viel Rauch

"... if you're not in movie business?"

Zu Beginn erinnert dieser Streifen an die tarantineske Welt der zu menschlichen Killer und Kriminellen. Nicht ganz so ausgefallen wie in Pulp Fiction, aber immer mit viel Witz und Charme schlängelt sich John Travolta als Chili durch die Tücken "seiner" Geschichte. Dabei sah Regisseur Barry Sonnenfeld ursprünglich Danny DeVito für die Hauptrolle vor, der aber wie es heisst aus terminlichen Gründen nicht können wollte - glücklicherweise. Der Film lebt weniger von der Story als Ganzes, als von den öfters überraschenden Wendungen und Wirrungen. Sonnenfeld: "Ich war schon immer der Meinung, dass die witzigsten Komödien realistisch sein müssen." Na ja, realistisch ist die Geschichte zwar bestenfalls nach amerikanischen Massstäben, dafür bietet sie amüsante Unterhaltung, nicht mehr aber auch nicht weniger. Ausser vielleicht den paar Sekunden Bild und Musik aus Orson Welles A Touch of Evil, einem von Chilis (und meinen) Lieblingsfilmen - die Videothek hat ihn.

Übrigens, wer ist "Shorty"? Vorschläge bitte per Drahtpost an mich. Zu gewinnen gibt es keinen Blumentopf.

Sven Schwyn


Angaben zum Film



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