The Ghost and the Darkness

Val Kilmer und Michael Douglas machen Jagd auf zwei besonders gefährliche Löwen.



Eine angeblich wahre Geschichte aus dem Afrika der Kolonialzeit


Am Ende des 19. Jahrhunderts boten sich die Kolonialmächte in Afrika ein Rennen um das begehrte Elfenbein. Um den einfachen Abtransport zu ermöglichen, musste mitten durch die Wildnis eine Eisenbahnlinie gebaut werden. Der junge Brückenbauingenieur John Patterson (Val Kilmer, mit ziemlich inkonsistentem irischem Akzent) wird von der englischen Eisenbahngesellschaft beauftragt, den Bau zu leiten. Er freut sich auf die Herausforderung und verspricht seiner Frau Helena (Emily Mortimer), rechtzeitig zur Geburt ihres Sohnes wieder zurück zu sein. Auf der Baustelle erwarten ihn allerdings ziemlich unhaltbare Zustände. Die afrikanischen und indischen Arbeiter mögen sich überhaupt nicht leiden, die medizinische Versorgung im Lazarett ist absolut ungenügend und zu allem Überfluss tyrannisieren auch noch aggressive Löwen das Lager der Arbeiter.


Nachdem Patterson ein Tier erschossen hat, geniesst er, zumindest kurzfristig, den Respekt der eingeschüchterten Arbeiter. Doch es werden weitere Menschen von den Bestien angefallen und alle Versuche Pattersons, die Tiere zu erlegen, scheitern an der Gerissenheit der Löwen. Die Eingeborenen haben sich inzwischen einen Namen für die Raubkatzen einfallen lassen. Sie nennen sie "Geist" und "Dunkelheit". Zudem kommt der Zeitplan des wackeren Ingenieurs ziemlich durcheinander. Pattersons Chef Beaumont (Tom Wilkinson) spielt die Gefahr der wilden Tiere herunter und weigert sich, Soldaten zum Schutz des Lagers abzuordern. Immerhin ist er bereit, den professionellen Jäger Remington (Michael Douglas) zu schicken, der dann auch wirklich mit einer Gruppe Massai-Kriegern auftaucht.


Doch nicht einmal die Profis schaffen es auf Anhieb, den Raubkatzen den Garaus zu machen. Nach einigen weiteren Metzeleien verziehen sich die indischen Arbeiter und erst zahlreiche Schiessereien später liegen die Leichen der Raubtiere am Boden. Patterson kann endlich mit seiner jungen Frau und seinem Kind, die inzwischen ebenfalls nach Afrika gereist sind, beruhigt und mit gutem Gewissen ins englische Königreich zurückfahren...

Diese Dschungelversion des "weissen Hai" ist zwar einigermassen spannend gemacht, kommt aber sonst erstaunlich bieder und konventionell daher. Regisseur Stephen Hopkins ("Blown Away") inszeniert nicht besonders originell und verzichtet fast gänzlich auf technische Mätzchen und modische Experimente. Die ewiggleichen Jagdszenen nerven dadurch mit der Zeit und irgendwie fehlt den Löwen spätestens seit "The Lion King" die Bedrohlichkeit und Unnahbarkeit von Haifischen. Die Cinemascope-Bilder von Kameramann Vilmos Zsigmond sind dagegen sehr hübsch anzusehen und vermitteln viel von der Wärme des afrikanischen Lichts. Nur schade, dass die Dialogkompositionen, offensichtlich im Hinblick auf die spätere Videoauswertung, so uninteressant gestaltet wurden.

Martin Blatter

Angaben zum Film

Titel:The Ghost and the Darkness
Bewertung:**...
Regie:Stephen Hopkins ("A Nightmare on Elm Street 5", "Predator 2", "Judgment Night", "Blown Away")
Drehbuch:William Goldman
Produktion:Gale Anne Hurd, Paul Radin, A. Kitma Ho
Kamera:Vilmos Zsigmond ("Horror of the Blood Monsters", "Deliverance", "The Witches of Eastwick")
Musik:Jerry Goldsmith
Besetzung:Val Kilmer, Michael Douglas, Brian McCardie, John Kani, Om Puri, Tom Wilkinson
Format:Scope
Sound:Dolby SR-D
Verleih:UIP



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