High School High

Kaum ist sein Auto in das Ghetto eingebogen, kommt im Radio auf allen Frequenzen Hip Hop, mehr noch, auf allen Stationen läuft «Gangsta's Paradise». Willkommen!



Diese wirklich gelungene Szene ist leider nicht im Film, sondern bloss im entsprechenden Kinotrailer zu sehen. Für den Geschichtslehrer Richard Clark (Jon Lovitz) ist die Überraschung deshalb aber nicht weniger.


Welcome to the Ghetto

Mit einem Paukenschlag bricht Richard aus der grausigen Welt der Eliteschule seines Vaters aus und beschliesst gegen dessen Willen, in einer völlig heruntergekommenen High School sein Glück zu versuchen. Dort angelangt findet er ein Schlachtfeld vor: Das Haus fällt auseinander, kaum ein Schüler kommt ohne Waffe in den Kurs. In seiner naiven Art versucht er, den Schulbetrieb umzukrempeln und die Jugendlichen für die Teilnahme an einem College-Eignungstest zu bewegen. Das scheint ihm auch zu gelingen, nachdem er etliche Schläge eingesteckt, dann aber doch den Kopf der Klasse Griff (Mekhi Phifer) auf seine Seite gewinnt. Mit Hilfe seiner neuen Kollegin und Freundin Victoria (Tia Carrere) verwandelt sich die Schule in einen wiederauferstandenen Lerntempel, was die Rektorin Evelyn Doyle (Louise Fletcher) mit argwöhnischen Blicken beobachtet.

Dann die Prüfung und damit die Wende. Handlanger der Rektorin, die scheinbar ihre Finger im jetzt nicht mehr existenten Drogenhandel hatte, vertauschen die Antwortbögen und als die miserablen Resultate ankommen, macht sich unter den Jugendlichen Resignation breit. Richard aber gibt nicht auf und kommt durch einen Tip auf die Spur zum Doppelleben der Rektorin, das schlussendlich bei einem misslungenen Drogendeal auffliegt. Die Prüfungsresultate werden daraufhin korrigiert, und eine Handvoll der Prüflinge schaffen den Sprung.


Manchmal witzig, manchmal nicht

Was auf den ersten Blick wie ein Abklatsch von Dangerous Minds aussieht, ist es auch. David Zucker und Co, auf dessen Konto etwa die Komödie Naked Gun geht, lassen auch in diesem Film keine Gelegenheit für eine Slapstickeinlage, einen Joke oder Anspielungen auf Politiker aus. Knallte Leslie Nielsen noch der amerikanischen First Lady die Toilettentüre vor die Nase, fliegen hier nicht nur die Fetzen, sondern jede Art von Klappmessern, teilweise an delikate Orte. Allerdings wirkt der Film an mehr als einer Stelle plump und die Komik wird mit der Zeit zu voraussehbar. Lachen ohne viel dabei nachzudenken, wer das will wird sich in High School High einigermassen amüsieren. Die übrigen lassen es lieber sein.

Sven Schwyn

Angaben zum Film

Titel:High School High
Genre:Komödie
Bewertung:***. .
Länge:91 Minuten
Regie:Hart Bochner
Drehbuch:David Zucker, Robert LoCash, Pat Proft
Produktion:Dadiv Zucker, Robert LoCash, Gil Netter, Jeff Wright (co), Sasha Harari (exec)
Kamera:Vernon Laton, B.S.C.
Musik:Ira Newborn
Besetzung:Jon Lovitz (City Slickers II, A League of Their Own, Big)
Tia Carrere (True Lies, Wayne's World, Rising Sun)
Louise Fletcher (One Flew over the Cocoo's Nest)
Mekhi Phifer (Clockers, Girl 6)
Verleih:20th Century Fox



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