Home For The Holidays

Ein Film von Jodie Foster


Home for the Holidays ist die zweite Regiearbeit von Jodie Foster. Wovon ihr Film handelt, wird sehr schön in einem Satz zusammengefasst: "We don't have to like each other, we're family." (Wir müssen uns nicht mögen, wir sind Verwandte) Der Film ist aber kein Familiendrama, sondern eine Komödie mit Hintergedanken.

Jeden vierten Donnerstag im November feiert man in den Vereinigten Staaten Thanksgiving. Es ist der Feiertag, neben Ostern und Weihnachten, an dem sich Familienbesuche ziemen. So ergeht es Claudia Larson (Holly Hunter). Sie fährt nach Hause, nach Baltimore. Die Familie Larson besteht aus Vater Henry Larson (Charles Durning), Mutter Larson (Anne Bancroft), und den Kindern Tommy (Robert Downey Jr.), Joanne (Cynthia Stevenson) und eben Claudia. Mit von der Partie sind weiter die etwas geistig verwirrte Tante Glady (Geraldine Chaplin), Leo Fish (Dylan McDermott), ein Freund von Tommy, und Walter Wedmann (Steve Guttenberg), Bankangestellter und Mann von Joanne.

Zentrum des Films ist der festlich geschmückte und gedeckte Tisch. Am Tisch sitzen obengenannte Protagonisten, die Stimmungen wechseln. Man könnte sich kein bunter zusammengewürfeltes Häuflein vorstellen. Tommy ist schwul, fühlt sich als Aussenseiter. Joanne hat schon eigene Kinder und ihr Verhalten ist nur auf Sicherheit aus, während sich Claudia mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt und dennoch der ruhende Pol der Famillie bleibt. Auf jeden Fall sehen die Gefühlswelten der Figuren gegen Ende des Films dem unaufgeräumten Tisch sehr ähnlich. Liebe, Neid, Zuneigung, Eifersucht, Hysterie, Komik; alle Wege durch diese Täler und Höhen werden beschnitten. Am Schluss bleiben die Kinder mehrheitlich diejenigen, die sie gewesen sind, die Eltern sicher und Tante Glady ganz bestimmt.

Jodie Foster bezeichnetete Home for the Holidays als ihren persönlichsten Film. Im Gegensatz zu ihrer ersten Arbeit, Little Man Tate, bewegt er sich nicht so geradlinig entlang einer Geschichte. Vielmehr herrscht wohltuendes Chaos und erfrischende Improvisation. Aber eben auch allzumenschliches. Da sitzen z.B. Tommy, Claudia, Leo und Tante Glady im Auto. Plötzlich entweicht Gas aus einem der Därme. Nur aus welchem? Solche Szenen sind es denn, die diesen Film, der auch seine Längen hat, sehenswert machen. Öfters kann man schallend lachen, meistens aber schmunzelt man. Wer hat denn keine Familie? Der Glückliche!?

Angaben zum Film

Wertung: ***1/2 (von 5*)

Martin Ritter



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