Le hussard sur le toit

Flucht, Cholera und Liebe


Es ist das Jahr 1832 in Aix-en-Provence: Zufluchtsort für zwei italienische Husaren aus dem Piemont. Auf einmal taucht eine Gruppe von österreichischen Häschern auf und tötet einen der beiden. Angelo (Olivier Martinez) gelingt die Flucht, er will die restlichen exilierten Freiheitskämpfer warnen...
So beginnt die Reise durch die Provence. Aber es ist nicht nur die Flucht vor den Oesterreichern, sondern auch die Flucht vor der Cholera, welche um diese Zeit die Bevölkerung eines Dorfes nach dem anderen stark dezimiert.

Die Häscher auf seinen Fersen und die Cholera um sich, trotzt Angelo allen Gefahren und versucht sogar noch zu helfen, wo immer er kann. Er ist sich sicher: Es ist einzig die Angst, die krank macht und tötet. Und tatsächlich, die Cholera meidet ihn wie die Pest.
Ueberall bricht Panik aus, Quarantänen werden errichtet, Schuldige werden gesucht. Jeder Reisende wird zur Bedrohung, zum Hexer, zum Mörder. So wird auch Angelo in dem kleinen Ort Manosque von der Bevölkerung beschuldigt, das Wasser zu vergiften, als er aus einem Brunnen trinken will. Er wird vor den Polizeikommissar (Gerard Depardieu) geführt, doch dieser lässt ihn wieder frei. Die Meute der Dorfbewohner erkennt Angelo allerdings wieder. Doch kann er sich mit etwas Glück gerade noch auf die Dächer retten und muss nun dort einige Tage und Nächte in der gnadenlosen Hitze des Sommers verbringen.

Hunger und Durst holen Angelo schliesslich aus seinem Versteck: Er steigt durch ein Dachfenster hinab und trifft auf eine geheimnisvolle junge Frau, welche ganz allein in dem grossen Haus ist: "Madame, habt keine Furcht, ich bin ein Edelmann."


Die junge Frau, Pauline de Theus (Juliette Binoche) hat keine Angst (und hätte für den Fall der Fälle auch vorgesorgt). Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann, und Angelo bietet ihr an, sie zu begleiten. Gemeinsam brechen Angelo und Pauline auf, in Richtung der Berge, und mit ihrer Reise voller Gefahren beginnt eine grosse, niemals ausgesprochene Liebe...

Le hussard sur le toit ist ein Film mit viel Schwung und Energie. Es ist aber auch ein Romanze, wie sie romantischer nicht sein könnte.
Juliette Binoche als Pauline spielt hinreissend. Olivier Martinez dagegen finde ich zu steif, zu oberflächlich. Aber vielleicht muss das so sein, denn schliesslich ist er Husarenoberst und Edelmann.
Die Leinwand ist vom ersten bis zum letzten Bild gefüllt mit schönen Bildern und einer gut gelungenen Mischung aus Liebe und Spannung. Wer also Lust hat, einmal etwas anderes als Serienmörder zu sehen, dem wird sicher etwas anderes geboten. Einmal abgesehen von den Leichen, denn die gibt es auch in Le hussard sur le toit dank der Cholera zuhauf.


abo

Angaben zum Film

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