I Still Know What You Did Last Summer (1998)

Ich habe es auch nicht vergessen!


von Heinz Gnehm


Eine Fortsetzung des letztjährigen Horrorfilms I Know What You Did Last Summer war so sicher wie der Tod von Ben Willis es nicht sein durfte. Zehn Jahre nach der letzten Horrorwelle mit Filmen wie A Nightmare on Elm Street, Halloween oder Friday the 13th steht diesem totgeglaubten Genre ein Revival bevor, nachdem es mit der Horror-Parodie Scream wieder zum Leben erweckt worden ist und seither wie ein Zombie durch die heimischen Kinosäle geistert. Ebenfalls nicht totzukriegen sind die jeweiligen Bösewichte, die solche Fortsetzungen überhaupt erst ermöglichen. Der nachtragende Fischer Ben Willis aus Southport gehört jetzt also auch dazu und will sich erneut dafür rächen, dass er von einigen angetrunkenen Jugendlichen einfach so überfahren und versenkt worden ist. Um den Wiedererkennungswert noch etwas zu steigern, haben auch zwei Hauptpersonen überlebt und werden jetzt erneut in die Hölle geschickt, um endlich zu vollenden, was ihnen in der ersten Folge leider nicht gelungen ist. Wetten, dass es auch diesmal nicht klappen wird und uns schon bald die dritte Folge erwartet? Ein möglicher Titel wäre etwa I Will Always Know What You Did Last Summer.


Die vier glücklichen Gewinner

Wenn die einsame Insel nicht ganz so einsam ist

Das Unheil beginnt damit, dass Karla (Brandy) im Quiz einer lokalen Radiostation einen Wochenendurlaub auf der lauschigen Bahamas-Insel Tower Bay gewinnt. Sie lädt ihre Wohnpartnerin Julie (Jenniver Lover Hewitt), eine der Überlebenden aus der ersten Folge, ein mitzukommen und kurz darauf brechen die zwei Mädchen mit den beiden Freunden Tyrell (Mekhi Phifer) und Will (Matthew Settle) zu ihrem Abenteuer auf. Auf der Insel angekommen, stellen sie fest, dass sie weit und breit die einzigen Gäste sind und das Hotel in wenigen Tagen für die Sturmsaison geschlossen werden soll. Der Empfang fällt dementsprechend frostig aus und die Angestellten des Hotels sehen auch nicht sonderlich vertrauenswürdig aus. Pünktlich nach ihrer Ankunft verunmöglicht ein aufziehender Sturm die Rückkehr aufs sichere Festland und der Mörder hat ab sofort leichtes Spiel. Mehr oder weniger originell bringt er zuerst das Hotelpersonal um die Ecke und macht sich anschliessend über die vier Jugendlichen her. In der Zwischenzeit versucht Julies Freund Ray (Freddie Prinze Jr.) verzweifelt auf die Insel zu gelangen, da er Julie in höchster Gefahr wähnt. Selbstverständlich gelingt ihm das schier Unmögliche und er macht dem Mörder endgültig den Garaus, auf dass die Überlebenden in der nächsten Folge erneut antreten dürfen (oder müssen).


Die Sängerin Brandy

Wenn der zweite Film nicht besser als der erste ist

Zugegeben, durch besondere Originalität zeichnet sich diese Fortsetzung nicht gerade aus, das trifft aber wohl auch schon auf den ersten Film zu. Man nehme einige verängstigte Jugendliche, eine einsame Insel mit einem bedrohlichen Ambiente und einen psychopathischen Mörder mit einem Hang zu skurrilen Mordinstrumenten und fertig ist die schaurige Gruselkiste. Ähnliche Rezepte wurden bereits vor zehn Jahren angewandt und die Masche scheint immer noch zu funktionieren. Bei derart einfachen Zutaten sind auch schauspielerische Leistungen nicht sonderlich gefragt und die Hauptdarsteller werden stattdessen schreiend und blutend durch ein tropisch ausstaffiertes Set gehetzt, das ausgesprochen imitiert und unecht wirkt. Schreien darf diesmal auch die bekannte Sängerin Brandy, der Auftritt soll wohl dazu beitragen, ihre Fans ebenfalls in den Film zu locken und die Kinokassen noch etwas mehr zum Klingeln zu bringen. Das wird auch bitter nötig sein, denn ausser altbekannten Klischees und billigen Schockeffekten wird leider nicht viel geboten, das den Besuch lohnen würde. Kommt noch dazu, dass uns in der Schlussequenz bereits Folge drei angedroht wird und spätestens jetzt möchte man Ben Willis einen gehörigen Gedächtnisschwund wünschen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:I Still Know What You Did Last Summer (1998)
Genre:Thriller
Bewertung:
 
Regie:Danny Cannon
Drehbuch:Trey Callaway

Stephen Gaghan
Produktion:William S. Beasley
Stokely Chaffin
Erik Feig
Jose Ludlow
Neal H. Moritz
Kamera:Vernon Layton
Schnitt:Peck Prior
Musik:John C. Frizzell
Ausstattung:Doug Kraner
Kostüme:Daniel J. Lester
Besetzung:Thomas Blackshear
Bill Cobbs
Jeffrey Combs
Jennifer Esposito
Ellerine Harding
John Hawkes (I)
Jennifer Love Hewitt
Brandy Norwood
Mekhi Phifer
Freddie Prinze Jr.
Matthew Settle
Sylvia Short
Muse Watson
Red West
 
Länge:96 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Summer Knowledge LLC
Mandalay Entertainment
CH Verleih: 20th Century Fox


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