In & Out (1997)

To be or not to be... gay.


von Thomas Hunziker


Howard Brackett (Kevin Kline) ist High School-Lehrer für Englische Literatur, fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit, ist gut angezogen und legt Wert auf seine Körperpflege. So überrascht es in der Kleinstadt, in der Howard beschäftigt ist, eigentlich niemanden so richtig, als der Schauspieler Cameron Drake (Matt Dillon), ein ehemaliger Schüler von ihm, bei der Verleihung der Academy Awards verkündet, dass Howard schwul sei. Für etliche Aufregung sorgt diese Enthüllung trotzdem, denn Howard steht kurz vor der Hochzeit mit seiner Langzeitverlobten Emily (Joan Cusack). Howard wird von allen möglichen Seiten unter Druck gesetzt; die Presse fällt über die Kleinstadt ein und stellt aufdringliche Fragen, der Schulvorstand droht Howard mit der Kündigung, falls die Hochzeit ins Wasser fällt, seine Schüler machen sich über ihn lustig und seine Mutter (Debbie Reynolds) macht ihm klar, dass sie sterben wird, falls die Hochzeit nicht stattfindet.


Cameron Drake (Matt Dillon)

Einer gegen alle.

Howard fühlt sich unsicher und weiss selbst nicht mehr so genau, was er nun eigentlich fühlt, doch wenigstens verliert die Presse ihr Interesse an ihm; mit Ausnahme von Peter Malloy (Tom Selleck), der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt und Howard mitteilt, dass er bis zur Hochzeit über ihn berichten wird. Nach einigen Gesprächen zwischen Howard und Peter und einem intimen Aufeinandertreffen erklärt Howard während der Hochzeit, dass er schwul sei. Im darauffolgenden Durcheinander bleibt keine Zeit für Worte, doch noch am selben Abend versprechen Howards Eltern, dass sie zu ihm halten. An der High School-Abschlussfeier am nächsten Tag stellt sich Howard schliesslich der Gemeinde.Nach der ernsthaften Rolle in The Ice Storm ist Kevin Kline nun wieder in einer Komödie zu sehen. Im Gegensatz zu früheren Rollen, wie z.B. in A Fish Called Wanda, schlägt Kevin Kline in In & Out jedoch feinere Töne an und vermittelt einfühlsam die labile Gefühlslage des Protagonisten.


Howard (Kevin Kline) und Emily (Joan Cusack)

Alle für einen!

Ebenso gut besetzt wie die Hauptrolle sind die übrigen Figuren, insbesondere diejenige des schwulen Reporters durch Tom Selleck, der selbst schon mehrfach fälschlicherweise geoutet wurde und sich unterdessen, wie er mit dieser Rollenwahl zeigt, mit den Vorwürfen abgefunden hat. Regisseur Frank Oz schuf mit In & Out eine unterhaltsame Komödie mit ernsthaften Zwischentönen und zieht gleichzeitig mit einer wahnwitzig komischen Academy Awards-Parodie (mit Gastauftritten von Glenn Close und Whoopi Glodberg) sämtliche Vorurteile und Stereotypen von Hollywwood ins Lächerliche. In & Out wurde in den U.S.A. vom Publikum überraschend wohlwollend aufgenommen, besonders wenn man berücksichtigt, wie liberal Frank Oz und Drehbuchautor Paul Rudnick mit dem Thema umgegangen sind, und dass der Film einen feurigen Kuss zwischen Kevin Kline und Tom Selleck beinhaltet. Für Europa präsentiert In & Out eine willkommene Abwechslung und Ergänzung zu den eher dramatischen «Schwulenfilmen», wie Priest, Alive and Kicking oder Love! Valour! Compassion!.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:In & Out (1997)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Frank Oz
Drehbuch:Paul Rudnick
Produktion:Scott Rudin
Koproduktion:G. Mac Brown
Ausf. Prod.:Adam Schroeder
Kamera:Rob Hahn
Schnitt:Daniel P. Hanley
John Jympson
Musik:Marc Shaiman
Ausstattung:Ken Adam
Kostüme:Ann Roth
Besetzung:Lauren Ambrose
Wilford Brimley
Glenn Close
Joan Cusack
Matt Dillon
William Duell
Whoopi Goldberg
Shalom Harlow
Shawn Wayne Hatosy
Alexandra Holden
Gregory Jbara
Kevin Kline
Jay Leno
Kate McGregor-Stewart
Bob Newhart
Zak Orth
Debbie Reynolds
Deborah Rush
Ernie Sabella
Tom Selleck
J. Smith-Cameron
Lewis J. Stadlen
Aaron Eckhart
 


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