Johnny Mnemonic

"Vernetzt"


Im 21. Jahrhundert sind Daten das wertvollste Gut, das man sich vorstellen kann. Die grenzenlose, globale Gesellschaft ist längst Wirklichkeit geworden und statt Regierungen beherrschen jetzt skrupellose Grosskonzerne die Welt. Die Bevölkerung haust in riesigen Ghettos und viele Menschen leiden an einer durch Elektrosmog hervorgerufene Seuche namens NAS. Im Auftrag der Konzerene operiert zudem die brutal agierende japanische Verbrecherorganisation namens Yakuza.

In dieser tristen Welt arbeitet Johnny (Keanu Reeves) als Datenschmuggler, indem er mit Hilfe eines Gehirnimplantates riesige Datenmengen unbemerkt von Kontinent zu Kontinent schmuggelt. Seines Jobs, der ihm den Verlust seiner Kindheitserinnerungen gekostet hat, überdrüssig, willigt er zu einem letzten gefährlichen Auftrag ein. Von der Yakuza von Bejing bis nach Newark verfolgt, verbündet er sich schliesslich mit den Untergrund- Guerillias, den "Lo-Teks" unter der Führung von J-Bone (Rapper Ice-T), der Kämpferin Jane (Dina Meyer) un dem Arzt Spider (HC Punk-Star Henry Rollins). Im Kampf gegen die Yakuza und deren Auftraggeber, dem Megakonzern Pharamkom, und einem Killer-Jesus (Dolph Lundgren) efährt Johnny mit der Zeit immer mehr über die in seinem Gehirn gespeicherten Daten und wieso sie so begehrt sind, dass gewisse Kreise sogar bereit sind, dafür über Leichen zu gehen...

"Johnny Mnemonic" wird als "erster Cyberspace-Thriller" angepriesen. Doch hinter der modernen Fassade steckt nur ein klassischer Actionfilm mit den typischen Ingredienzien des Genres, wie spekulativer Gewalt, sinnlosen Feuergefechten, Explosionen und Zerstörung. Die Inszenierung von Robert Longo ist fantasielos, die schauspielerischen Leistungen der Hauptakteure sind unterdurchschnittlich und die Musik von Brad Fiedel generisch. Auch die teilweise an Blade Runner erinnernden Sets und gelegentlich eingestreuten Computeranimationen machen aus diesem Streifen noch keinen guten Film. Schade eigentlich, hätte doch die literarische Vorlage von Science Fiction-Autor William Gibson eine bessere Leinwandadaption verdient!

Aber vielleicht kommen ja trotz lärmigem Kriegsgetöse beim einen oder anderen Zusschauer einige der angedeuteten Botschaften rüber? So zum Beispiel die Warnung vor den Gefahren einer grenzenlosen Gesellschaft, in der es für verbrecherische Organisation ein Leichtes ist, sich ungehindert zu bewegen und in deren globalen Markt sich grosse Industrie- und Dienstleistungsunternehmen zu unheimlichen Machtblöcken aufblähen können, vor deren Einfluss selbst die Politik kapitulieren muss.

Angaben zum Film



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