Lady and the Tramp (1955)

«Susi und Strolch»


von Heinz Gnehm


Nach mehr als vierzig Jahren hat sich Disney entschlossen, den berühmten Zeichentrickfilm Lady and the Tramp (Susi und Strolch) aus dem Jahr 1955 erneut in die Kinos zu bringen. Sein hohes Alter sieht man dem Film eigentlich nicht an, wenn auch der Stil ein gänzlich anderer ist als in den modernen Disney-Filmen.

Lady, ein Cockerspaniel, ist das Weihnachtsgeschenk eines jungen Ehemanns an seine Frau. Lady bildet fortan den Mittelpunkt des Ehepaares und versteht sich auch prächtig mit den Nachbarshunden Jock und dem etwas tattrigen Bluthund Pluto. Dieses paradiesische Leben ändert sich für Lady aber schlagartig, als ihr Frauchen schwanger wird und sie fortan nicht mehr im Mittelpunkt steht.


Lady bewacht den Nachwuchs

Lady auf der Flucht

Einige Monate nach der Geburt des Kindes verreisen die Hausherren für kurze Zeit und geben das Baby in die Obhut von Tante Sara, die gleich noch ihre beiden Siam-Katzen Si und Am mitgenommen hat. Diese beiden verwüsten zur Begrüssung gleich das Wohnzimmer und schieben die Schuld auf Lady ab. Als Tante Sara deswegen Lady einen Maulkorb verpassen will, reisst sie aber aus und sieht sich plötzlich von drei gefährlichen Hunden verfolgt. Der Streuner Tramp, eine undefinierbare Trottoirmischung, steht ihr bei und vertreibt die Verfolger. Nachdem ihnen ein freundlicher und sehr beschäftigter Biber beim Entfernen des Maulkorbs behilflich gewesen ist, ziehen die beiden gemeinsam durch die Stadt und machen in einem italienischen Restaurant Halt, wo ihnen der Küchenchef ein fürstliches Menü serviert und Lady und Tramp sich in einer berühmten Szene dank der Spaghetti näherkommen.

Kurz darauf wird Lady aber vom Hundefänger entdeckt und ins Hundeasyl gesteckt. Bevor sie jedoch von Tante Sara abgeholt wird, klären die anderen Hunde sie über Tramp und seine zahlreichen amourösen Affären auf und sie will anschliessend nichts mehr von ihm wissen. Erst als wenig später eine Ratte ins Kinderzimmer eindringt, ist Tramp plötzlich wieder zur Stelle und rettet die gefährliche Situation. Er wird in den gemeinsamen Haushalt aufgenommen und es dauert nicht mehr lange, bis sich auch bei Lady Nachwuchs einstellt.


Lady und Jock im Park

Generationenwechsel

Grosse Risiken nimmt Disney mit dieser Neu-Lancierung sicher keine in Kauf. Abgesehen von einer verbesserten Tonwiedergabe (Dolby-Stereo) wird der Film unverändert gezeigt und dürfte neben der Überbrückung der Sommerflaute wohl die Wartezeit auf den neusten Disney-Zeichentrickfilm verkürzen helfen, der kurz vor Weihnachten 1997 bei uns erscheinen soll. Im Vergleich mit den letzten Disney-Filmen wirkt Lady and the Tramp schon etwas antiquiert und es sind genau diese Unterschiede, die ihn jetzt, mehr als 40 Jahre später, so sehenswert machen. Insgesamt 150 Zeichner haben 4 Jahre lang an diesem Film gearbeitet und ihre Liebe zum Detail kommt in jeder Szene, jedem Hintergrund und in jedem Gesichtsausdruck zum Vorschein. Spektakuläre und schnelle Szenen wie sie etwa in The Hunchback of Notre Dame zu sehen waren, fehlen hier gänzlich und machen stattdessen einer gemütlichen Beschaulichkeit und einem feinsinnigen Humor Platz. Kinder dürften daran genauso ihre Freude haben wie die Eltern, die sich vielleicht noch daran erinnern können, diesen Film als Kind selbst gesehen zu haben.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Lady and the Tramp (1955)
Land:USA
Genre:Trickfilm
Bewertung:
 
Regie:Geronimi, Clyde
Jackson, Wilfred
Luske, Hamilton
Drehbuch:DaGradi, Don
Greene, Ward
Penner, Erdman
Rinaldi, Joe
Wright, Ralph
Produktion:Disney, Walt
Penner, Erdman
Schnitt:Halliday, Donald
Musik:Burke, Sonny
Lee, Peggy
Wallace, Oliver G.
 
Länge:75 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby
Prod.-firma:Walt Disney Productions
CH Verleih: Buena Vista


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