Lock Stock & Two Smoking Barrels (1998)

Guy Ritchies Erstling besticht durch ein wildes Durcheinander sowohl vor wie auch hinter der Kamera. Die rasante Story über vier Cockney Möchtegern-Big-Business-Dudes, die nach einem Pokerdesaster plötzlich mit einem Berg Schulden dastehen und auf der darauffolgenden Hetzjagd der Ereignisse mehr oder weniger den Überblick verlieren, könnte turbulenter und zuweilen blutiger nicht sein. Vielleicht ist es kein Film für alle, aber er hat alles für die's mögen.


von Sven Schwyn - Web


Tom (Jason Flemyng), Soap (Dexter Fletcher), Bacon (Jason Statham) und Eddy (Nick Moran) heissen die vier. Letzterer ist ein Poker-As, gut genug, um gegen Hatchet Harry (P. H. Moriarty), seines Zeichens graue Eminenz der lokalen Kriminalität, anzutreten. Ihr gesamtes Erspartes liegt bereits auf dem Tisch, daneben ein Schuldbriefchen. Dass bei diesem Spiel auch nur irgend etwas mit rechten Dingen zugeht, das glaubt Eddy wohl als einziger am Tisch ­ und so passiert es, dass aus dem schönen Ersparten innert Minuten ein Schuldenberg wird.


Ein Gläschen auf den Reinfall

Keine Kohle

Geldprobleme hatten auch die Filmemacher. Mehr als einmal kam das Projekt ins Schlingern, weil Geldgeber ihr Engagement vorzeitig aufkündeten oder echte Drogendealer in der Gegend mit «Abfindungen» beruhigt werden mussten. Glücklicherweise fand sich immer eine Lösung, etwa in der Gestalt von Produzentin Trudie Styler, die bessere Hälfte von Ex-Polizist Sting, der sich für die Rolle von Eddys Papa JD überreden liess.

Ähnlich turbulent wie die Finanzierung des Films gestaltet sich die Tilgung der Schulden im Film. Bei Hatchet Harry möchte niemand länger in der Kreide stehen, vielleicht weil man spätestens nach dem zweiten Besuch von Harrys Mann fürs Grobe Big Chris (Vinnie Jones) die Rüben von unten anschauen kann. Mehr zufällig eröffnet sich ihnen aber ein Ausweg, als sie von einer Hanfplantage industriellen Ausmasses quasi im Quartier Wind bekommen. Soviel ist schon passiert ­ und doch ist das alles erst der Anfang.


Solarien können der Gesundheit schaden: Vinnie Jones

Wer ist Guy Ritchie?

Gute Frage. Bis vor einigen Wochen war dieser Name höchstens einigen Wenigen in der Musikclip- und Werbefilmszene bekannt. Dort verdiente sich der Jungfilmer die Pfunde für einen ersten Kurzfilm und danach das Rohmaterial für Lock, Stock and Two Smoking Barrels. Allen Unkenrufen zum Trotz brachte er das Script in den Kasten und mit Glück an den Verleiher. Seltsam eigentlich, denn in einer Zeit nach so erfolgreichen Filmen wie Pulp Fiction und Trainspotting braucht man an sich gar keinen Riecher um zu erkennen, dass dieser Streifen alles hat, was es für einen Überraschungshit braucht: Tempo, Chaos, Tempo, Sprüche, Tempo, Schiessereien und vor allem Tempo. Wenn es weitergeht wie bis anhin, könnte Lock, Stock and Two Smoking Barrels gut zehnmal soviel einspielen, denn was er gekostet hat. Man darf schon jetzt gespannt sein, was als nächstes kommt von diesem talentierten Briten.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Lock Stock & Two Smoking Barrels (1998)
Land:Grossbritannien
Genre:Krimi
Bewertung:
 
Regie:Guy Ritchie
Drehbuch:Guy Ritchie
Produktion:Sebastian Pearson
Jan Roldanus
Ronaldo Vasconcellos
Matthew Vaughn
Koproduktion:Georgia Masters
Ausf. Prod.:Stephen Marks
Peter Morton
Angad Paul
Trudie Styler
Steve Tisch
Kamera:Tim Maurice-Jones
Schnitt:Niven Howie
Musik:David A. Hughes
John Murphy (II)
Ausstattung:Iain Andrews
Kostüme:Stephanie Collie
Besetzung:Jake Abraham (II)
Vas Blackwood
Stephen Callender-Ferrier
Jason Flemyng
Dexter Fletcher
Frank Harper
Vinnie Jones
Steven Mackintosh
Stephen Marcus
Lenny McLean
Peter McNicholl
Nick Moran
P.H. Moriarty
Suzy Ratner
Nicholas Rowe
Jason Statham
Sting
Steve Sweeney
Laura Bailey
 
Länge:105 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Steve Tisch Company
SKA Films
Handmade Films Ltd.
CH Verleih: Monopole Pathé Films


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