Lone Star

Jim Jarmush, Spike Lee, Gus Van Sant, Hal Hartley und John Sayles. Fünf Namen, die alle eines gemeinsam haben. Sie gelten als die Begründer des sogenannten «Independent»-Films. Den ersten vier Persönlichkeiten ist man womöglich schon mal begegnet. Aber so mancher wird sich wohl fragen: Wer ist John Sayles? Nun, hier die Antwort.


von Serge Zehnder


Drehbuchautor, Regisseur, Cutter, Skript-Doktor, Schriftsteller und Liebling von Kritikern und eingefleischten Cineasten. Jedes dieser Attribute ist mit John Sayles verbunden. Er schrieb sowohl Horror-Schocker Marke The Howling und Piranha wie auch hochgelobte Romane. Er wird zum Verbessern von Drehbüchern (darunter Apollo 13) hinzugezogen und hat die vollkommene Kontrolle über seine eigenen Werke, die in der Zwischenzeit auch schon zehn an der Zahl sind. Eifrig und hingebungsvoll beschreibt der Mittvierziger in seinen Filmen das Leben von Menschen, die sich im Kampf mit der täglichen Realität eine gesunde Koexistenz zu erhalten versuchen. Es wird gelebt, und manchmal auch ein Leben gelassen. Ein Kreislauf, den auch sein neustes Meisterwerk Lone Star auszeichnet.



Die etwas spärliche Inhaltsangabe ist hier von Nöten, da Sayles ein gutes Dutzend Figuren einführt und sie so geschickt miteinander verknüpft, dass weitere Ausführungen zur Auflösung der Geschichte führen könnten. Gesagt sei aber, dass Sayles auf ein paar Quadratkilometern zwischen Sand und Steinen ein ganzes Universum von Rassenkonflikten, Liebesbeziehungen und geschichtlicher Aufarbeitung entstehen liess. Als Chronist, intelligenter Geschichtenerzähler und Analytiker des menschlichen Charakters bewies Sayles bereits mit City of Hope sein Können. Individuell und voller Lebensdrang hat er die verschiedenen Schicksale in seinem Oscar-nominierten Drehbuch niedergeschrieben, das dank der exzellenten Kamera von Stuart Dryburgh (Portrait of a Lady), mit den markanten Gesichtern von Chris Cooper, Elisabeth Peña, A Time to Kill-Beau Mathew McConaughey und Altstar Kris Kristofferson besetzt, auf der breiten Leinwand sein unscheinbares, faszinierendes Potential enthüllt. Das hört sich verdammt gut an, oder? Jetzt fehlt einzig noch, dass man auch hier auf ihn aufmerksam wird.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Lone Star (1996)
Land:USA
Genre:Drama
Bewertung:4 (von 5)
 
Regie:Sayles, John
Drehbuch:Sayles, John
Produktion:Foster, Jan
Miller, R. Paul
Renzi, Maggie
Ausf. Prod.:Sloss, John
Kamera:Dryburgh, Stuart
Schnitt:Sayles, John
Musik:Daring, Mason
Ausstattung:Bishop, Dan
Kostüme:Cunliffe, Shay
Besetzung:Kristofferson, Kris
McConaughey, Matthew
McDormand, Frances
Peña, Elizabeth
Cooper, Chris (I)
 
Länge:135 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby SR
Prod.-firma:Columbia Pictures
CH Verleih:Monopole Pathé Films


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