Love Game

Countdown ins Paradies


Telefonieren mit dem Handy
hat so seine Tücken...
Missglückter Versuch eines Filmchens mit Virtual Reality-Thematik

Aus dem Bündnerland kommt diese schrecklich konstruierte Geschichte von zwei Cyberkids, die sich ihre eigene virtuelle Realität schaffen, in der es aber, wenn es nach diesem Film geht, noch langweiliger zu und her geht, als in der Wirklichkeit.

Anna liebt Olivier, doch im wirklichen Leben kann sie ihre Zuneigung wegen nicht zeigen. Also flüchtet sie in eine virtülle Schneinwelt, in der sie nach und nach alle Personen aus dem Weg schafft, die zwischen ihr und Olivier stehen. Im "Cyberspace" wird sie zur Richterin ihres eigenen Lebens. Die Grenzen zwischen Realität und Traum zerfliessen...
Licht ok?

Regisseur und Co-Autor von "Love Game" ist Mike Eschmann aus Chur, der eigentlich eine recht solide Ausbildung in Filmschulen von Los Angeles und London genossen hat. Doch "Love Game" kommt mehr als selbstzweckhafter Experimentalfilm denn als Spielfilm daher. Uninspirierte Dialoge, fehlendes Tempo und nicht zuletzt eine enttäuschend dünne Story kennzeichnen diesen Streifen.

Als Ausbildungsfilm und Übungsfeld für die formalen Möglichkeiten des Mediums wäre der Film sicherlich geniessbar gewesen, doch in der vorliegenden Form wirkt "Love Game" eher wie eine künstlich durch ständige Repetition aufgeblähte Sammlung zusammenhangloser visueller Eindrücke, die nur durch den billigen "Virtual Reality"-Aufhänger zusammengehalten werden. Immerhin sind die technischen Leistungen ansehnlich und die Musik von Siegfried Friedrich sorgt für einen gelegentlichen Lichtblick in dieser sonst so drögen Geschichte.

Schriftsteller Thomas Hürlimann schreibt in den Presseunterlagen zu "Love Game": "Neues Kino braucht das Land! Hier kommts". Wenn "neues Kino" durch leere Säle und Zuschauer im Tiefschlaf definiert wird, hat er sicherlich recht.


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