Love Serenade (1996)

«Take it off, baby. Take it all off.»


von Michelle A. Hoyle

Uebersetzung: R. Michl
In english


Sehr aufregend ist das Leben in einem kleinen, abgelegenen, typisch australischen Kaff nicht. Weder für Dimity (Miranda Otto), noch für Vicki-Ann Hurley (Rebecca Frith). Die grösste Sensation seit Jahren ist die Ankunft der ehemaligen Radio-Persönlichkeit aus Brisbane namens Ken Sherry (George Shevtsov). Ken Sherry ist eigentlich unscheinbar, keine Schönheit, aber trotzdem ein Frauenmagnet, wie's scheint, denn er hat eine Stimme mit dem gewissen Etwas, das 78% seiner weiblichen Hörerschaft betört.

Trotz des Fehlens ästhetischer Anziehungskraft gelingt es ihm, eine Art kriecherischen Charme zur Schau zu stellen, und Dimity sowie Vicky-Ann wetteifern um seine Gunst, als er in das Haus nebenan einzieht.


Haben Fische eine Seele?

Hier «fischelet» es ein bisschen!

Ken tut ihnen diesen Gefallen gern, erst der einen, dann der zweiten. Dimity, die jüngere der beiden Schwestern, welche recht ahnungslos durchs Leben geht, ist am Anfang ziemlich aufgeregt. Vicky-Ann ist voller Liebeswahn, hat törrichte Vorstellungen über Heirat und Romantik und versucht, sich Ken für immer zu krallen. Dimity's Boss Albert (John Alansu), der sich nach Vicky-Ann sehnt, warnt Dimity vor Typen wie Ken Sherry, dem man seiner Meinung nach nicht trauen könne. Dimity hat jedoch schon eine dunkle Ahnung, dass an der ganzen Sache etwas stinkt, und denkt dabei nicht nur an den Fisch an Kens Wand!


Mittagspause im Park

Hervorragendes Erstlingswerk

Eine exzellente Erstproduktion der australischen Regisseurin und Drehbuchautorin Shirley Barrett, die die Camera d'Or in Cannes für das beste Erstlingswerk einheimste. Zusammen mit der preisgekrönten Produzentin Jan Chapman (The Piano) entstand ein Film, in welchem die Musik, die Kameraarbeit, die Farbgebung und sogar die Häuser alle sorgfältig ausgewählt wurden, um im ganzen Film die richtige Stimmung aufkommen zu lassen. Das resultiert in einem Dörfchen, welches vorwiegend in Brauntönen porträtiert wird, was dem ganzen einen schäbigen, heruntergekommenen Eindruck gibt.


«Einsamkeits-Linderung»
Die meisten Leute würden vermutlich (fälschlicherweise) denken, dieser Film sei eine romantische Komödie. Es ist eine Komödie, aber eine sehr dunkle, mitunter obskure, sogar tragische, romantische Komödie. Was man von einem Film erwartet, der den Titel Love Serenade trägt, und was man wirklich kriegt, sind zwei ganz verschiedene und überraschende Dinge. Wir denken, dass es sich sicher lohnt, einmal hinzugehen, vielleicht sogar zweimal, um alle Details und tiefer liegenden Nuancen des Films einzufangen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Love Serenade (1996)
Land:Australien
Genre:Liebesfilm
Bewertung:
 
Regie:Barrett, Shirley
Drehbuch:Barrett, Shirley
Produktion:Chapman, Jan
Kamera:Walker, Mandy
Schnitt:Haratzis, Denise
Ausstattung:Jones-Evans, Steven
Kostüme:Borghesi, Anna
Besetzung:Alansu, John
Frith, Rebecca
Napier, Jessica
Otto, Miranda
Shevtsov, George
 
Länge:100 Minuten
Ton:Dolby SR
Prod.-firma:Jan Chapman Productions
CH Verleih: Columbus Film


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