Düstere Zukunftsvision vom Regisseur von "Brazil"
Filme, die das mehr oder weniger von Brutalität und
Entmenschlichung geprägte Leben nach einer Apokalypse
schildern, gibt es nicht erst seit Waterworld. Auch die Idee der
Zeitreise und der
Möglichkeit, den Gang der Zukunft damit beeinflussen zu können
sind klassische Elemente von Science Fiction-Stoffen. Das ehemalige Monthy Python-Mitglied Terry Gilliam (Brazil, Fisher King) greift
in 12 Monkeys diese traditionellen Zutaten auf und vermischt sie
mit klassischen Actionfilm-Elementen zu einem manchmal etwas inkohärenten,
oft aber virtuos und abwechslungsreich inszenierten Ganzen.
Im Jahr 1996 hat die Natur die Menschheit in Form einer tödlichen
Viren-Katastrophe eingeholt. 40 Jahre später werden die Strassen
und Pärke ehemaliger Grosstädte von Tieren bewohnt und die
wenigen überlebenden Menschen haben sich in den Untergrund
zurückgezogen. Alle ihre Hoffnung auf ein besseres Leben
stecken die Menschen in eine Zeitmaschine, mit der sie den Sträfling
James Cole (Bruce Willis) in die Vergangenheit schicken, um
mehr über die Ursache der Seuche herauszufinden, damit sie
im Nachinein verhindert werden kann. Coles einziger Anhaltspunkt ist
die Information, dass eine ominöse Army of 12 Monkeys
in die Sache verwickelt sein soll. Cole wurde ausgewählt,
weil er oft von einem seltsamen Ereignis träumt, das mit dem
Ende der Menschheit und dem Ausbruch des Virus in Verbindung stehen
könnte. Leider funktioniert die Zeitmaschine nicht besonders
zuverlässig und so landet Cole zuerst mal im Jahr 1990 in einer
Nervenklinik.
Dort wird er von der Psychiaterin Dr. Kathryn Railly
(Madeleine Stowe) therapiert und lernt den hyperaktiven Jeffrey
Goines (Brad Pitt) kennen. Beim zweiten Versuch wird Cole
auf ein Schlachtfeld des ersten Weltkriegs transportiert. Erst die dritte
Zeitreise bringt Cole ins Jahr 1996. Er sucht sofort Kontakt zu Dr. Railly,
der einzigen Person, zu der er Vertrauen hat. Er entführt die
völlig überrumpelte Frau, die langsam beginnt, Coles
seltsamen Erzählungen Glauben zu schenken. Cole findet heraus, dass
Goines, den er im Jahr 1990 im Irrenhaus getroffen hat, nun in einer
radikalen Tierschutzgruppe tätig ist, die im Stil von Erwin Kessler
operiert. Goines Vater ist der berühmte Virenforscher und Nobelpreisträger Dr. Leland Goines (Christopher Plummer). Plötzlich keimt
in Cole der Verdacht, dass der noch wahnsinniger gewordene Jeffrey Goines
etwas mit den 12 Monkeys zu tun haben könnte und vielleicht versucht,
die Forschungen seines Vaters für seine Zwecke zu missbrauchen. Gejagt
von der Polizei, flüchten Cole und Dr. Railly schliesslich auf den Flughafen, in der Hoffnung, das durch die Zukunft vorbestimmte Schicksal der
Menschheit doch noch zum Positiven wenden zu können.
12 Monkeys ist stilvoll gemacht, spannend und zeichnet sich durch
ansprechende schauspielerische Leistungen aus. Der Film kommt
ohne minutenlange Schiessereien und Explosionen aus und hält
einem trotzdem vom Anfang bis zum Ende in Atem. Brad Pitts Interpretation
des hyperaktiven Psychopathen mit Sprechdurchfall ist recht gekonnt
und auch dieser Film erbringt wieder mal den Beweis, dass Bruce Willis
auch ohne grosses schauspielerisches Können über eine
aussergewöhnlich starke Präsenz verfügt. Angesichts dieser
positiven Merkmale kann man getrost über die manchmal etwas
gar klischeehaft geratenen Szenen und Dialoge und die
unfokussierte Regie von Terry Gilliam hinwegsehen.
Bewertung: ****