The Man Who Knew Too Little (1997)

Das «Theatre of Life» ist ein neues Londoner Freizeitangebot, das es den Teilnehmern ermöglicht, lebensgefährliche Szenarien als Helden schadlos zu überstehen.


von Thomas Hunziker


Als eines Abends das Geburtstagskind Wallace Ritchie (Bill Murray) vor der Haustüre seines Bruders James (Peter Gallagher) steht, entschliesst sich der Geschäftsmann James, der am selben Abend noch deutsche Investoren bewirten soll dazu, seinen Bruder an einer Vorstellung des «Theater des Lebens» teilnehmen zu lassen. Am Treffpunkt findet allerdings eine Verwechslung statt und Wallace gerät nicht mitten ins Theaterleben, sondern unwissend auf die Fährte einer internationalen Verschwörung. Seit Ende des Kalten Krieges wurden nämlich die Budgets verschiedenster Geheimdienstorganisationen stark reduziert, woraufhin sich diese dazu entschlossen, für einmal zusammenzuarbeiten, um die Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages zwischen Grossbritannien und Russland durch ein Bombenattentat zu verhindern. Wallace indes wähnt sich von fabelhaften Schauspielern umgeben, die sich alle an ein vorgegebenes Drehbuch halten, insbesondere die Toten spielen ihre Rollen überzeugend echt.


Bill Murray setzt die Agenten reihenweise ausser Schach

..., denn er weiss nicht, was er tut.

Auch Wallace versucht so überzeugend wie möglich zu wirken und bedient sich dabei Zitaten aus allen möglichen Agenten- und Kriminalfilmen von James Bond bis Dirty Harry. Die Gemeinsamkeit zu Alfred Hitchcocks Klassiker mit ähnlichem Titel beschränkt sich allerdings auf ein geplantes Attentat, das der Titelheld zu verhindern versuchen muss. Die Komödie ergibt sich dann auch aus dem Unterschied, den ein Mann, der zu wenig anstatt zu viel weiss ausmacht, und dabei werden hemmungslos alle Unsinnigkeiten des verulkten Genres aufgedeckt. So kann Wallace, weil er seine Gefährtin Lori (Joanne Whalley) darum gebeten hat, das Fluchtauto - einen süssen Mini - fahren zu dürfen, bei der folgenden Verfolgungsjagd mit der Polizei seine innigsten Wünsche, die auch seine Verfolger mit ihm teilen, verwirklichen. Über die angeheuerten Todesschützen, die ständig daneben schiessen, kann sich Wallace ebenso amüsieren, wie über die furchteinflössende Folterärztin. Unbekümmert befreit er sich unwissend aus den heikelsten Situationen.


«Nein, mein Bruder ist kein Agent!» (Peter Gallagher)

Komödie, nicht Klamauk

Wenn man vermutet, dass es sich bei The Man Who Knew to Little um eine sogenannte Parodie wie Spy Hard oder Naked Gun handelt, liegt man um einiges daneben. Star-Komödiant Bill Murray und Regisseur Jon Amiel (Sommersby, Copycat) achteten darauf, dass ihr Film niemals ins Lächerliche abdriftet. Murray ist in seinem Element, und wenn auch ein wenig durchgedrehter als in seinen besten Auftritten, in den beiden Ghostbusters-Filmen, What about Bob? und Groundhog Day (der in den USA mittlerweile beinahe pausenlos über Satellit ausgestrahlt wird), versprüht er durch seine Figur einen unwiderstehlichen Charme, durch den er die Zuschauer sofort auf seine Seite bringt. Wie so viele seiner Komödien-Kollegen startete Murray seine Karriere bei «Saturday Night Live» und gehört mittlerweile, nach Hauptrollen in zahlreichen erfolgreichen Komödien, zu einem der Besten seines Fachs, was er auch in seinem neuesten Film unter Beweis stellt. The Man Who Knew to Little ist der ideale Film, um sich einen Abend lang unbeschwert unterhalten zu lassen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:The Man Who Knew Too Little (1997)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Jon Amiel
Drehbuch:Robert Farrar
Howard Franklin
Produktion:Arnon Milchan
Michael G. Nathanson
Mark Tarlov
Koproduktion:Madeline Warren
Ausf. Prod.:Joseph M. Caracciolo Jr.
Elizabeth Robinson
Kamera:Robert M. Stevens
Schnitt:Paul Karasick
Pamela Power
Musik:Christopher Young (II)
Ausstattung:Jim Clay (I)
Kostüme:Janty Yates
Besetzung:Anna Chancellor
Simon Chandler
Dexter Fletcher
Peter Gallagher (I)
Geraldine James
Alfred Molina
Bill Murray
John Standing (I)
Joanne Whalley-Kilmer
Richard Wilson (II)
Nicholas Woodeson
Inday Ba
Venetia Barrett
David Boyce
Linda Broughton
Sarah Crowden
Richard Cubison
Judith Dawson
Richard Dixon
Jo Dow
Adam Fogerty
Cate Fowler
Josephine Gradwell
Ashley Gunstock
Terence Harvey
Janet Henfrey
Isabel Hernández (II)
Bob Holmes
David Hounslow
Barnaby Kay
Daryll Kay
Linzi Lazlo-Carr
Eddie Marsan
David Michaels (I)
Roger Morlidge
Damian Myerscough
Terry O'Neill
Toshie Ogura
Cliff Parisi
Jacqueline Phillips
Donald Pickering
Jason Round
Paul Shearer
Charles Simon (II)
Malcolm Storry
John Thomson (I)
Tat Whalley
Fred Whitham
Andrew Woodall
Yoshinori Yamamota
 
Länge:94 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Warner Bros.
Polar Productions
Taurus Films
Regency Enterprises
CH Verleih: Warner Bros.


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