Max et Bobo (1998)

Der in Ungnade Gefallene und sein Engel.


von Serge Zehnder


Wie sehr eine Freundschaft der entsprechende Kitt zwischen zwei Menschen sein kann, braucht hier nicht weiter erklärt zu werden. Verschiedenste Filmemacher wurden denn auch das Thema Männerfreundschaften dazu veranlasst, ausgezeichnete Filme zu drehen. Der Belgier Frédéric Fonteyne hat neben Neil Diamonds «Odd Couple» oder «Butch And Sundance» ein Duo entwickelt, das zwar so seltsam ist wie Felix und Oscar und so schräg wie die beiden Westernhelden versah aber Max (Alfredo Péa) und Bobo (Han Hammecker) mit einer zusätzlichen Schicht von tragikomischer Elementen.


Max (Péa) zu seiner Glanzzeit.

EIN FIESLING UND EIN NAIVLING

Max einst ein von allen Frauen verherrlichter Friseur, verlor von einem Tag auf den anderen sein Geschäft, seine Frau und seine Würde. Das Geschäft hat er wegen eines Ekzems an seinen Händen, seine Frau, weil er sie miserabel behandelt hat, und seine Würde, weil er sich dem Alkohol und der Tagesfrönerei hingegeben hat, verloren. Auf einem Polizeiposten wird er von Bobo, einem kahlen, in dreckigen Lumpen gekleideten Kleinkriminellen angemacht. Der Fremde droht Max den Schädel einzuschlagen, falls er ihm nicht sein Geld gibt. Max weigert sich partout, was in Bobo ein Wechsel von Feindseligkeit zu Faszination auslöst. Wie ein Hündchen beginnt er Max auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Und Max, auf der Suche nach einer neuen Existenz und auf der Flucht vor der alten, lässt sich langsam auf die seltsame Freundschaft ein, zerstört jedoch mit seiner chauvinistischen, beleidigen Art jeder Versuch wieder ein «guter» Mensch zu werden.
Fonteyne konzentriert sich bewusst auf die Annäherung und Trennung seiner beiden Protagonisten. Ihre Gegensätzlichkeit ist nicht nur Quelle des Humors sondern auch Ursprung für sämtliche Fehler und Gemeinheiten, welche die beiden Männer begehen. Gewinn und Verlust von menschlicher Nähe ist das Kernstück des Films. Max, ein menschliches Schwein, voll von sich selbst, und Bobo, ein naiver Clown sind, so unpassend wie es zwei Menschen nur sein können und Fonteyne bewerkstelligt es auf ungemein simple aber nichtsdestotrotz ergreifende Art, diese Antagonisten zu halbwegs festen Freunden werden zu lassen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Max et Bobo (1998)
Land:Belgien
Genre:Drama
Bewertung:
 
Regie:Frédéric Fonteyne
Drehbuch:Philippe Blasband
Produktion:Patrick Quinet
Claude Waringo
Koproduktion:Alain Rocca
Kamera:Virginie Saint-Martin
Schnitt:Sandrine Deegen
Musik:Jeannot Sanavia
Besetzung:Jan Hammenecker
Alfredo Péa
 
Länge:80 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Les Productions Lazennec
CH Verleih: Frenetic Film


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