Mercury Rising (1998)

Mercury heisst der neue unentschlüsselbare Sicherheitscode der National Security Agency (NSA), der die Identitäten ihrer Agenten schützt.


von Thomas Hunziker


Dem neunjährigen autistischen Kind Simon (Miko Hughes, Kindergarten Cop, Apollo 13) ist es jedoch gelungen, eine verschlüsselte Telefonnummer in einem Puzzle-Magazin zu entziffern. Der daraus resultierende Anruf löst bei zwei zuständigen NSA-Angestellten Panik aus. Nach einigem Zögern verständigen die Beiden ihren skrupellosen Vorgesetzten Lt. Colonel Nicholas Kudrow (Alec Baldwin), der augenblicklich mit der Problemlösung beginnt und einen Killer auf das Kind und seine Eltern ansetzt. Dem Killer ist es jedoch nicht möglich, seinen Auftrag auszuführen, weil er nach der Ermordung der Eltern das Kind nicht finden kann und ihn das Erscheinen der Polizei an seiner Suche hindert. Als FBI-Agent Art Jeffries (Bruce Willis) am Tatort auftaucht, ist das Kind immer noch verschwunden und der Doppelmord wird als verzweifelter Selbstmord gewertet. Art hat jedoch Zweifel an der Theorie der örtlichen Polizei und als er Simon in seinem Versteck findet, fühlt er seine Vermutungen bestätigt. Simon wird in ein Spital eingeliefert, wo Art während einem Kontrollbesuch am selben Abend gerade noch verhindern kann, dass der Killer seinen Auftrag vollendet.


Miko zeigt Bruce wo's langgeht

Run & Hide

In der Folge sind Art und Simon auf der Flucht vor der NSA und dem FBI, während der Art versucht, einerseits die Isolation des Jungen zu durchbrechen und andererseits an die Geheimnisse der NSA und Lt. Colonel Kudrow zu gelangen. Mit der Hilfe verschiedener Figuren gelangt er immer näher an die Lösung des Rätsels, doch die Jagd wird immer heisser.

Regisseur Harold Becker brillierte bisher mit spannenden Thrillern, wie Sea of Love mit Al Pacino oder Malice mit Alec Baldwin. Für Mercury Rising tat er sich mit Erfolgsproduzent Brian Grazer (u.a., Ransom, Liar Liar, Apollo 13) zusammen und konnte bei der Inszenierung auf die hochkarätigen Stars Bruce Willis und Alec Baldwin zählen. Der aus dieser Zusammenarbeit entstandene Film ist zwar sehenswert, aber keineswegs so zufriedenstellend, wie es die Konstellation vermuten lassen würde. Während die Action-Sequenzen einiges zu wünschen übrig lassen, gelingt es Harold Becker, die Handlung spannend voranzutreiben und auch die Beziehung zwischen Art und Simon auszuleuchten, zumindest soweit, wie dies in einem Action-Thriller möglich ist, sowie die Geschichte um mehrere interessante Nebenfiguren anzureichern.

Zwischen Schackal und Komet

Obwohl das junge Schauspielertalent Miko Hughes in seiner Rolle des autistischen Jungen überzeugt, kann man nicht verheimlichen, dass Mercury Rising ein massgeschneidertes Starvehikel für Bruce Willis ist, der in seiner Rolle ebenfalls überzeugen kann. Trotzdem war Mercury Rising an den amerikanischen Kinokassen wenig erfolgreich, was zum einen mit der weiterhin anhaltenden Dominanz von Titanic und andererseits mit der Konkurrenz durch das Science-Fiction-Epos Lost in Space (das am selben Wochenende anlief und als erster Film Titanic auf Platz zwei verwies), sowie weiterer Bruce Willis-Filme zu erklären ist. Im Herbst konnte der enttäuschende The Jackal noch zufriedenstellende Zahlen vorweisen, und die Bruckheimer-Produktion Armageddon wird diesen Sommer mit Godzilla um die Krone des Box Office-Thrones kämpfen. Ein weiterer Film mit Bruce Willis ist ebenfalls bereits abgedreht und zur Zeit steht er schon wieder vor der Kamera. Was Bruce Willis-Fans mehr als recht ist, stösst anderen Kinogängern eher schlecht auf den Magen, was zu einer raschen Übersättigung führt, zumal sich der Geschmack für Action-Filme in den letzten Jahren merklich geändert hat. Die Zeiten der klaustrophobischen Einzelkämpfer-Szenarios à la Die Hard wurde durch coole Feuerwerksspektakel (Con Air, The Rock) und durchchoreographiertes Action-Ballet (Face/Off) ersetzt. Falls Bruce Willis bei seiner künftigen Rollenwahl nicht aufpasst und sein Arbeitstempo ein wenig drosselt, wird er noch sich selbst zum grössten Feind.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Mercury Rising (1998)
Land:USA
Genre:Thriller
Bewertung:
 
Regie:Harold Becker
Drehbuch:Lawrence Konner
Mark Rosenthal
(nach einer Vorlage von Ryne Douglas Pearson)
Produktion:Brian Grazer
Karen Kehela
Thomas J. Mack
Koproduktion:Paul Neesan
Maureen Peyrot
Ausf. Prod.:Ric Kidney
Joseph Singer
Kamera:Michael Seresin
Schnitt:Peter Honess
Musik:John Barry (I)
Carter Burwell
Ausstattung:Patrizia von Brandenstein
Kostüme:Betsy Heimann
Besetzung:Alec Baldwin
Mark Collins (I)
Kevin Conway
Kim Dickens
John Doman
Bodhi Elfman
Maureen Gallagher (I)
Kelley Hazen
Miko Hughes
John Carroll Lynch
Chi McBride
Carrie Preston
Richard Riehle
Robert Stanton (II)
Koko Taylor
Bruce Willis
 
Länge:109 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Prod.-firma:Universal Pictures
Imagine Entertainment
CH Verleih: United International Pictures


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