Metro

Eddie Murphy hat sich mit «The Nutty Professor» ziemlich schnell von seinen Flops erholt. Und schon holt er zum nächsten verbalen Rundumschlag aus. «Metro» ist eine Krimikomödie im unverkennbaren Eddie Murphy-Stil: Autos, Frauen, Männerfreundschaft, Gangster und ziemlich loses Mundwerk.


von Martin A. Blatter


Scott Roper (Eddie Murphy) ist bei der Polizei von San Francisco für die Fälle zuständig, bei denen Drohungen und rohe Gewalt versagen. Er hat die Aufgabe, mit Geiselnehmern zu verhandeln, um sie zum Aufgeben zu bewegen. Roper ist nicht gerade glücklich. Sein Polizeikollege Sam (Art Evans) wurde bei einer Befragung von einem skrupellosen Killer ermordet, seine Freundin Ronnie (Carmen Ejogo) will nichts mehr von ihm wissen und macht mit einem Baseballspieler rum, der Polizeichef verlangt von ihm, dass er den Scharfschützen McCall (Michael Rapaport) in die Geheimnisse der Verhandlungstaktik einführt, und schliesslich ist auch noch sein Auto im Eimer.



Bei einem Juwelendiebstahl mit Geiselnahme trifft Roper schliesslich auf Korda, (Michael Wincott) den Mörder seines Partners und bringt ihn nach einer spannenden Cable Car-Verfolgungsjagd quer durch Chinatown in den Knast. Wie üblich in solchen Filmen, schwört der psychopathische Korda Rache und beauftragt seinen tolpatschigen Cousin, Ropers Freundin zu ermorden. Natürlich geht die Sache schief und der Bösewicht muss die Sache selbst in die Hand nehmen. Er bricht (ebenfalls natürlich) aus dem Gefängnis aus, nimmt Ronnie als Geisel und verlangt von Roper, die Beute aus dem Juwelenraub gegen das Leben seiner Freundin, mit der er sich inzwischen wieder versöhnt hat, zu tauschen. Es kommt zum unvermeidlichen Showdown auf einem Hafendock, bei dem auch Ropers neuer Partner seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.



Metro wirkt wie ein Film, der auf einem halbfertigen Drehbuch beruht. Es werden sinnlos Storyelemente und Charaktereigenschaften eingeführt, auf die später nie Bezug genommen wird: Roper wird von seinem Polizeichef suspendiert, trotzdem verfolgt er den Fall weiter. Weder sein Badge noch seine Pistole werden ihm weggenommen und niemand macht ihn verantwortlich. Roper führt McCall in die Geheimnisse der Verhandlungstaktik ein, doch McCall benutzt sein erlerntes Wissen im Film nie. Ropers Freundin Ronnie verlässt ihn wegen eines Baseballspielers. Roper beleidigt den Sportler bei einer kurzen Begegnung in Ronnies Wohnung, und schon fliegt Ronnie wieder auf Roper. Das Treffen hat keine Konsequenzen: Die Figur des Baseballspielers taucht nicht mehr in der Geschichte auf. Gut gelungen sind in diesem Film, der sonst kein Klischee des Genres auslässt, die gelegentlichen augenzwinkernden Anleihen an den klassischen Horrorfilm.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Metro (1997)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Carter, Thomas (II)
Drehbuch:Feldman, Randy
Produktion:Birnbaum, Roger
Waxman, Michael
Koproduktion:Feldman, Randy
Murphy Jr., Ray
Perkins, George W.
Ausf. Prod.:Ellis, Riley Kathryn
Lipsky, Mark
Kamera:Murphy, Fred
Schnitt:Berger, Peter E.
Musik:Porcaro, Steve
Ausstattung:Elliott, William A.
Kostüme:Nguyen, Ha
Besetzung:Arndt, Denis
Ben-Victor, Paul
Bright, Dick (II)
Ejogo, Carmen
Evans, Art
Henninger, Corie
Logue, Donal
Miyori, Kim
Murphy, Eddie
Rapaport, Michael
Wincott, Michael
 
Länge:117 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:SDDS
Prod.-firma:Caravan Pictures
CH Verleih:Buena Vista


[ Homepage ]


Copyright © 1997 Buena Vista (Bilder)
Copyright © 1996, 1997 CineNet (Text)