Michael

Auf der Suche nach der idealen Weihnachts-Story treffen zwei Reporter einen ziemlich ordinären Engel, der dann prompt Entwicklungshilfe in Sachen Liebe liefert. Konventionell gemacht ist der Film eine gute Samstagabend-Unterhaltung, aber auch nicht mehr.


von Sandra Walser


Es ist Winter. Die zwei «National Mirror»-Reporter Frank und Huey (William Hurt und Robert Pastorelli) erhalten den Auftrag, ein gutes Titelbild für die Weihnachtsausgabe zu produzieren, was ihnen kläglich misslingt. Der Chefredaktor Vartan Malt (Bob Hoskins), der schon länger mit der Arbeit der beiden unzufrieden ist, rastet nun endgültig aus. Im rechten Moment bekommt Frank aber Post von einer Motelbesitzerin (Jean Stampleton) aus Iowa, die behauptet, seit sechs Monaten einen echten Engel zu beherbergen. Malt wittert Erfolg und schickt Frank und Huey zusammen mit der sogenannten Engelexpertin Dorothy (Andie McDowell) auf die Reise. Dieser Auftrag ist sogleich die letzte Chance: Vermasseln sie den Job, werden sie gefeuert.

Ein etwas ungewöhnlicher Engel (John Travolta) präsentiert sich: Ein Engel ­ Michael genannt ­ der raucht, Sex hat, äusserst beleibt, einem durch seine Essmanieren fast den Appetit verdirbt und nach Cookies duftet. Es stellt sich nun die Frage: Ist er wirklich ein Engel oder bloss ein Bluffer mit Flügeln?


Jetzt tanzt er wieder: John Travolta

Tanzen, Küssen und ­ Gähnen

Die Geschichte driftet zeitweise ins allzu Groteske ab und ist manchmal ­ vor allem am Anfang ­ schlicht langweilig, obwohl Krimielemente eingebaut sind. Schade auch, dass John Travolta und Andie McDowell auch in Michael nicht von ihrem gängigen Filmcharakterimage loskommen. Der eine bekommt wieder einmal eine Tanzeinlage zugesprochen, die andere muss ungefähr die gleichen schauspielerischen Leistungen an den Tag legen wie in Four Weddings and a Funeral oder Groundhog Day auch schon: Nach mehreren gescheiterten Ehen verliebt sie sich heimlich und ebenso heimlich wird sie zurückgeliebt ­ natürlich von Frank. Das, nur so nebenbei, geschieht nicht ohne Engelshilfe. Die verzwickte Liebesgeschichte ist dann auch das bestechendste Element des Films, obwohl sie dies wohl nicht sein sollte. Eine wunderbare Liebesszene nach neuem Muster bekommt das Publikum zu sehen, ausserdem sind ihm einige wirklich gut plazierte Lacher sicher. Michael ist sicherlich kein Meisterwerk. Für eine vergnügte, leichte Kost am Samstagabend reicht's aber alleweil.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Michael (1996)
Land:USA
Genre:Liebesfilm
Bewertung:2 (von 5)
 
Regie:Ephron, Nora
Drehbuch:Dexter, Peter
Quinlan, Jim
Ephron, Nora
Ephron, Delia
Produktion:Curtiss, Alan B.
Daniel, Sean
Ephron, Nora
Jacks, James
Lee Jr., Donald J.
Koproduktion:Brown, G. Mac
Ausf. Prod.:Denise, Debbie
Ephron, Delia
Horan, Ralph
Krane, Jonathan D.
Kamera:Lindley, John
Schnitt:Peroni, Geraldine
Musik:Newman, Randy
Ausstattung:Davis, Dan (II)
Kostüme:McBride, Elizabeth
Besetzung:Hoskins, Bob
Hurt, William
MacDowell, Andie
Pastorelli, Robert
Travolta, John
 
Länge:105 Minuten
Ton:SDDS
Prod.-firma:Turner Pictures
Alphaville
New Line Cinema
CH Verleih:Warner Films


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