The Mighty (1998)

Schwächen gibt es nur um überwunden zu werden.


von Thomas Hunziker


Maxwell Kane (Elden Henson) lebt bei seinen Grosseltern (Gena Rowlands und Harry Dean Stanton), sein Vater sitzt für den Mord an seiner Frau im Gefängnis. Diese Umstände belasten das Leben von Maxwell. Er hat keine Freunde, und in der Schule hat er Mühe den Lehrstoff zu verstehen. Eines Tages zieht in seinem Nachbarhaus eine Mutter (Sharon Stone) mit ihrem, durch eine Stoffwechselkrankheit behinderten Sohn Kevin (Kieran Culkin) ein. Maxwell ist von diesem erfinderischen Zuzüger fasziniert, findet aber nicht den Mut ihn anzusprechen. Als Kevin zu Maxwells Nachhilfelehrer wird, kommen sich die beiden Aussenseiter näher. Gemeinsam überwinden sie die Stolpersteine, die ihnen die Gesellschaft (womit vor allem die Mitschüler und die Eltern gemeint sind) in den Weg legt. Vor die grösste Herausforderung sind die beiden Ritter gestellt, als Maxwells Vater (James Gandolfini, She's so Lovely) aus dem Gefängnis entlassen wird und mit Hilfe von Freunden (Gillian Anderson, Meat Loaf) seinen Sohn zu entführen versucht.


Kevin weiht Max in die Geheimnisse der Bücher ein.

Grossstadmärchen

Das Skelett für The Mighty bildet die Geschichte von König Arthur und seinen Tafelrittern, die den beiden Jugendlichen als noble Vorbilder dienen. So schweben auch ihre Abenteuer zwischen Realität und Dichtung, eine Eigenschaft, die schon bei Regisseur Peter Chelsoms beiden vorherigen Filmen (Hear My Song, Funny Bones) vorhanden war. Die Traumwelten wechseln sich fliessend mit den täglichen trüben Erlebnissen ab. Wie die Kinder in seinem Film, durfte auch Chelsom seiner Fantasie freien Lauf lassen. Währenddem Drew Barrymore erfolglos versuchte mit Ever After ein altes Märches zu modernisieren, gelingt es Chelsom eine moderne Geschichte in ein faszinierendes Märchen zu verwandeln. Einzelne Elemente in The Mighty mögen ein wenig zu unglaubwürdig erscheinen, doch fügen sie sich problemlos in das Schema eines Märchens. Erwähnenswert ist auch Kameramann John de Borman (The Full Monty) , der sich dafür verantwortlich zeichnete, die Arbeiterstadt Cincinnati in eine industrielle Märchenwelt zu verwandeln.


Gillian Anderson überzeugt als Schauspielerin.

Bekannte Besetzungsliste

Neben den beiden ausgezeichneten Jungschauspielern Elden Henson und Kieran Culkin (ein jüngerer und talentierterer Bruder von Macaulay Home Alone Culkin) konnte Chelsom zahlreiche begnadete Schauspieler verpflichten. Drei davon haben erst vor kurzem bei She's so Lovely, der zweiten Regiearbeit von Gena Rowlands Sohn Nick Cassavetes zusammengearbeitet. Neben Rowlands und Gandolfini übernahm auch Harry Dean Stanton darin eine Rolle. Die Welt der Hollywood-Künstler ist offensichtlich sehr klein. Zu diesen «Independent»-Schauspielern gesellten sich auch noch Wahrheitsfinderin Gillian Anderson, die beweisen darf, dass sie mehr kann als ständig neue Zweifel aufzubringen, und Rockballadensänger Meat Loaf, der eifrig daran arbeitet im Filmgeschäft Fuss zu fassen (der letzte Versuch im Actionfilm Black Dog mit Patrick Swayze ist kläglich gescheitert). Und schliesslich wäre da noch Sharon Stone, die zwar keine sehr anspruchsvolle Rolle hat, diese aber mit Überzeugung spielt und wieder einmal zeigt, dass sie mehr als nur eine Sexmonster verkörpern kann.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:The Mighty (1998)
Land:USA
Genre:Kinderfilm
Bewertung:
 
Regie:Peter Chelsom
Drehbuch:Rodman Philbrick
Charles Leavitt
Produktion:Simon Fields
Jane Startz
Koproduktion:Don Carmody
Ausf. Prod.:Julie Goldstein (II)
Bob Weinstein
Harvey Weinstein
Kamera:John de Borman
Schnitt:Martin Walsh
Musik:Trevor Jones (I)
Ausstattung:Caroline Hanania
Kostüme:Marie-Sylvie Deveau
Besetzung:Gillian Anderson
Kieran Culkin
James Gandolfini
Jenifer Lewis
Meat Loaf
Joseph Perrino
Gena Rowlands
Harry Dean Stanton
Sharon Stone
 
Länge:100 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Chaos Productions
Scholastic Productions
Miramax Films
CH Verleih: Rialto Film


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