No te mueras sin decirme a dónde vas

(Stirb nicht, ohne mir zu sagen, wohin du gehst)

Woran sich paradoxerweise die Traumfabrik Hollywood nie anzunähern vermochte, ohne hoffnungslos in den Kitsch abzugleiden, wagt sich der argentinische Regisseur und Drehbuchautor Eliseo Subiela nach seinem Erfolg mit "El lado oscuro del corazón" einmal mehr: Träume.



"Ohne Träume sind wir nur ein Haufen Eingeweide und Ängste."

Hier werden Träume wahr

Leopoldo (Dario Grandinetti) ist Filmvorführer und Erfinder. Nachdem sein Kino verkauft werden muss, steckt er alle Energie in ein Gerät, das er zusammen mit seinem an den Rollstuhl gefesselten Freund Oscar (Oscar Martinez) entwickelt hat: den Traumkollektor. Dieses Ding soll Traumbilder für den TV aufbereiten, was scheinbar auch gelingt. Als Leopoldos "Traumfrau" sich als Geist - den nur er sehen kann - vergegenbart, beginnt für Leo eine Reise durch Zeit und Dimensionen. Die "Traumfrau" Rachel (Mariana Arias) provoziert Leos Vernunft wieder und wieder mit ihrer und seiner Geschichte: Gemeinsam sollen sie nämlich schon etliche Leben gelebt haben, soll eine hunderte Jahre alte Liebe sie verbinden. Fasziniert und von einem tiefen Gefühl der Liebe geleitet, beginnt Leo mit Rachel als spiritueller Führerin übersinnliche Welten und existentielle Gedanken zu erforschen, stossen schliesslich auf Abgründe: Leos Angst vor dem Tod und Rachels Angst vor dem Leben. Offenbar gibt es nur einen Ausweg...


Der letzte Film ist vorüber: Dario Grandinetti

"Wer nicht träumt, stirbt früher."

Träume und der Film als mögliche Repräsentation von Träumen bilden den Mittelpunkt eines Studels von Gedanken, die den eigensinnigen Charme von Subielas Film ausmachen. Trotz Traumkollektoren und Geistern ist es weder ein SciFi-, noch ein Phantasyfilm, obwohl Leo in eine andere Welt abhebt, bleibt der Film immer "am Boden" und ermöglicht es den Zuschauenden so, sich mit den Personen zu identifizieren, die Gedanken mitzudenken. Subiela löst viele, aber nicht alle Fragezeichen auf; er verzichtet darauf, den Film unnötig mit Symbolik zu schwängern. Das Ergebnis ist eine spannende und sehenswerten Reflexion über das Wesen von Träumen, über Leben, Sterben und Reinkarnation. "Warum würden wir lernen, wenn es nachher nichts gäbe ausser dem Tod?"

Sven Schwyn


Angaben zum Film


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